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Olympia: Starker Halbzeitauftakt für Jamanka und Schneider im Frauenbob

• Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz liegen nach 2. Lauf in Führung
• Stephanie Schneider und Annika Drazek auf dem starken 3. Rang
• Anna Köhler und Erline Nolte auf Platz 12

PyeongChang (bsd/20.02.2018) Die deutschen Bob-Damen setzten am ersten Tag der Frauenbob-Entscheidungen im Alpensia Sliding Center ein klares Ausrufezeichen und zeigten mit zwei Top-Platzierungen auf: Nach den ersten zwei Läufen liegt Mariama Jamanka mit Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz mit 0,07 Sekunden Vorsprung in Führung, vor der US-amerikanischen Top-Favoritin Elana Meyers Taylor.

Trotz Startrekord im zweiten Lauf (5,21 Sek.) kam die US-Amerikanerin nicht an das Duo Jamanka/Buckwitz heran und liegt nun mit dem zweiten Platz in Lauerstellung auf ihre erste olympische Goldmedaille. Jamanka konnte vor allem im unteren Bahnabschnitt mit zunehmender Geschwindigkeit an Fahrt aufnehmen und die nordamerikanischen Pilotinnen Kaillie Humphries (Platz 5) sowie Jamie Greubel Poser (Platz 4) nach hinten verweisen.

„Ich bin mit meinen Läufen heute nicht so zufrieden. Ich habe nicht gedacht, dass es nach der Halbzeit so endet. Wir werden morgen wieder von Null starten und alles geben“, so Mariama Jamanka.

--> O-Ton Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz


Auf den aussichtsreichen dritten Platz fuhren Stephanie Schneider und Annika Drazek. Mit 0,30 Sekunden Rückstand konnten sie sich im zweiten Lauf vor allem am Start verbessern und einen Platz gutmachen. Obwohl Schneider und Drazek nicht so schnell wie gewohnt starteten, sind die Aussichten auf olympisches Edelmetall positiv: „Ich bin mit dem ersten Lauf sehr zufrieden. Im zweiten Lauf war vor allem der Start viel besser. Wir haben auf jeden Fall noch Luft nach oben. Vor allem bei den Startzeiten müssen wir uns morgen noch verbessern und auf Angriff fahren.“

--> O-Ton Stephanie Schneider


Das dritte deutsche Duo um Anna Köhler und Erline Nolte platzierte sich mit einigen Fahrfehlern auf dem zwölften Rang: „Meine beiden Läufe waren nicht gut, vor allem im oberen Bereich. Die Kurve 1 und 2 zu treffen ist sehr schwer für mich. Mit meinen Startzeiten bin ich auch nicht zufrieden. Wir wollten eigentlich im zweiten Lauf nochmal angreifen, aber es ist leider schlechter geworden. Morgen müssen wir auf jeden Fall angreifen und besser sein als am ersten Tag.“

--> O-Ton Anna Köhler


Am Mittwoch, 21. Februar starten ab 12.40 Uhr die beiden Finalläufe der Frauenbobs. (lr)

Platzierungen der deutschen Bob-Athletinnen

1. Platz: Mariama Jamanka/Lisa-Marie Buckwitz
3. Platz: Stephanie Schneider/Annika Drazek
12. Platz: Anna Köhler/Erline Nolte

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Quelle Bilder 1 + 3: RWH

Olympia: Gold für Francesco Friedrich und Justin Kripps im Zweierbob

• Teams Friedrich/Margis und Kripps/Kopacz (CAN) gewinnen zeitgleich Gold im Zweierbob
• Team Walther/Poser verpassen knapp eine Medaille
• Team Lochner/Weber auf Rang fünf

PyeongChang (bsd/19.02.2018) Herzschlagfinale beim Zweierbob der Männer in PyeongChang: Nach einem spannungsgeladenen vierten Lauf gewannen Francesco Friedrich und Thorsten Margis zeitgleich mit den Kanadiern Justin Kripps und Alexander Kopacz die Goldmedaille. Bronze sicherten sich die Letten Oskars Melbardis und Janis Strenga mit hauchdünnen 0,05 Sekunden Rückstand.

Mit zwei grandiosen Startzeiten sowie einem neuen Bahnrekord im dritten Lauf hatte Francesco Friedrich die Bahn am heutigen Tag deutlich besser im Griff und lieferte zwei Top-Fahrten ab: „Das war wirklich ein Sensations-Finale und auch fantastisch für den Bobsport. Vor so vielen Zuschauern konnte es nicht spannender sein. Nachdem wir gestern richtig gepatzt hatten, dürfen wir froh sein, uns heute die Goldmedaille mit Justin Kripps teilen zu können. Den Grundstein haben wir am Start gelegt, ohne diese Zeiten hätte es nicht gereicht.“

--> O-Ton Francesco Friedrich und Thorsten Margis


Für die Top-Favoriten Nico Walther und Christian Poser, die nach den ersten zwei Läufen in Führung gelegen und am gestrigen Tag zwei so perfekte Läufe erwischt hatten, ging sich leider kein olympisches Edelmetall aus. Mit 0,20 Sekunden Rückstand auf die Sieger-Teams verpassten Walther/Poser das Podest um 15 hundertstel Sekunden und wurden Vierte. Im dritten Lauf hatte Walther einen Fehler im oberen Bahnabschnitt und verlor dabei wertvolle Hundertstelsekunden. Der vierte Lauf gelang hingegen wieder perfekt, allerdings konnte der zu diesem Zeitpunkt bereits zu große Abstand zu den vorderen Teams nicht mehr eingeholt werden: „Das Ergebnis ist schon enttäuschend, aber der Fokus liegt jetzt auf jeden Fall auf den Viererbob-Rennen. Mein Bob ist gestern und heute hervorragend gelaufen, wie auch der Bob von Francesco Friedrich. Die Materialfrage hat aber denke ich keine Rolle gespielt in diesem Rennen.“

--> O-Ton Nico Walther


Johannes Lochner und Anschieber Christopher Weber wurden mit 28 hundertstel Sekunden Rückstand Fünfte. Nach dem dritten Lauf lagen die beiden auf dem aussichtsreichen dritten Platz, hatten allerdings in Lauf vier mit der berüchtigten Ausfahrt aus Kurve 9 zu kämpfen: „Für Francesco freut es mich sehr. Er war im Zweier jetzt so oft ungeschlagen und es wäre sehr schade gewesen, wenn er keine Medaille gewonnen hätte. Er hatte heute zwei super Läufe und grandiose Startzeiten, da können wir uns eine Scheibe von ihm abschneiden. Bei uns lag es wieder an der Kurve 9. Seit ich auf dieser Bahn fahre, habe ich vielleicht drei- oder viermal durchgetroffen. In einem Lauf haben wir die Kurve gut erwischt, aber uns fehlt es einfach noch am Start. Ich denke, wenn ich im Viererbob die Kurve 9 treffe, können wir die Konkurrenten ein bisschen mehr ärgern als im Zweier.“

--> O-Ton Johannes Lochner


Am Dienstag, 20. Februar starten ab 12.50 Uhr die ersten zwei Läufe der Frauenbobs. Die Top-Favoritinnen kommen mit Elana Meyers Taylor, Jamie Greubel Poser sowie Kallie Humphries aus Nordamerika. Aber auch die drei deutschen Teams um die Pilotinnen Mariama Jamanka, Stephanie Schneider sowie Anna Köhler können bei der Medaillenvergabe sicher ein Wörtchen mitreden. (lr)

Platzierungen der deutschen Bob-Athleten

1. Platz: Francesco Friedrich/Thorsten Margis
4. Platz: Nico Walther/Christian Poser
5. Platz: Johannes Lochner/Christopher Weber

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PyeongChang INTERN – Namen und Nachrichten aus dem Kufenstüberl

• Winterspiele in Deutschland
• Endlich ein Sieg für Hubertus Prinz von Hohenlohe
• Firma Eberspächer im Kufenstüberl

Winterspiele in Deutschland ...

... ist keine Utopie mehr. Bei der Vorstellung der Bewerbung für die Biathlon-WM im Februar 2023 in Oberhof sagte die neue DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker (47): „Wir haben großes Interesse an solchen Veranstaltungen. Das kann eine gute Vorbereitung für größere Aufgaben, ein Schritt in die richtige Richtung sein. Und dort steht die Kandidatur für Olympia.“ Natürlich in Garmisch!

 

v. l. n. r.: Für Oberhof in PyeongChang: OB Thomas Schulz, Olympiasieger Frank Ullrich, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Olympiasieger Sven Fischer, Infront-Chef Volker Schmid

 

Endlich ein Sieg ...

... für Hubertus Prinz von Hohenlohe (59) bei Olympia – leider wieder nicht auf den Pisten von PyeongChang. Der Sänger, Fotograf und Designer „gewann“ einen Mode- Preis. „Mein Rennanzug, den ich für unser mexikanisches Ski-Team entworfen habe, wurde bei NBC als „best outfit of Olympia“ gekrönt“, erzählte der Prinz bei einem Besuch im Kufenstüberl. „Hubsi“ wird den Dress selbst nicht tragen können – nach sechs Olympia-Teilnahmen ist er hier nur Ersatz. „Wir haben erstmals zwei Starter“, sagt er, „den adoptierten Kanadier Rudolfo Dickson und bei den Damen die eingeheiratete Sarah Schlepper-Gaixiola.“ Anstatt auf der Ski-Piste gestiert Hubertus, seit 24 Jahren mit Alberto Tombas Cousine Simona Gandolfi (52) liiert, auf der VIP- Piste. „Ich habe schon die Häuser aller großen Nationen besucht und viele Freunde getroffen“, strahlt der Prinz. „Wir haben eine Riesen-Gaudi.“

 

v. r. n. l.: Hubertus Prinz von Hohenlohe, Sarah Schlepper-Gaixiola und Rudolfo Dickson im Dress

 

Kritisch sieht ...

... Maria Höfl-Riesch (33) die Winterspiele hier in PyeongChang. „Ich kann nicht verstehen, dass das IOC so einen Ort ausgewählt hat“, sagt die dreifache Olympiasiegerin. „Es herrscht permanent Wind, es ist klirrend kalt und es fehlen bei den meisten Wettbewerben die Zuschauer. Ohne Stimmung kein Olympia-Feeling.“ Super findet die Wahl-Kitzbühelerin, die als Expertin für die ARD vor Ort ist, das Abschneiden der Deutschen. „Leider hat es bei Vicky (Rebensburg/d. Red.) nicht geklappt. Aber sie hat ja in der Abfahrt noch eine Chance.“

 

Maria Höfl-Riesch mit André Lange im Kufenstüberl

 

Seit 15 Jahren ...

... „heizt“ die Firma Eberspächer dem Rennrodel-Weltcup ein, doch in PyeongChang sind der geschäftsführende Gesellschafter Martin Peters (51) und seine Frau Christine zum ersten Mal bei Winterspielen. Die Hersteller von elektrischen Steuergeräten für beweglich Fahrzeuge (u. a. Standheizung) fühlen sich im Kreis der Sportler wohl. „Wir haben hier schon richtig tolle Menschen getroffen und spannende Wettkämpfe gesehen“, sagt Peters. Toll ist aber auch die Bilanz der 153 Jahre alten Firma aus Esslingen. 12.000 Mitarbeiter an 60 Standorten weltweit sorgen für einen Umsatz von viereinhalb Millionen Euro. Martin Peters stolz: „Von den 40 bis 50 Automobil-Herstellern auf der Welt sind 90 % Kunden bei uns. In jedem zweiten Fahrzeug weltweit steckt ein Eberspächer-Produkt.“ Weiter guter Fahrt.

 

Martin und Christine Peters mit Felix Loch und Georg Hackl

(Text: Wolfgang Harder)

Olympia: Nico Walther auf Goldmedaillenkurs im Zweierbob

• Nico Walther und Christian Poser liegen nach Halbzeit im Zweierbob in Führung
• Johannes Lochner und Christopher Weber auf Rang drei
• Francesco Friedrich und Thorsten Margis auf Platz 5

PyeongChang (bsd/18.02.2018) Sensationeller Auftakt für Bobpilot Nico Walther bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang: Mit zwei blitzsauberen, fehlerlosen Läufen platzierten sich Nico Walther und sein Anschieber Christian Poser nach den ersten zwei Läufen im Zweierbob der Männer auf Platz eins.

Mit 0,10 Sekunden Vorsprung auf das kanadische Team um Justin Kripps und Alexander Kopacz stürzten Walther/Poser wortwörtlich nach dem zweiten Lauf ins Ziel und befinden sich nun auf Goldmedaillenkurs: „Wir wollten in der Zielkurve ein bisschen Weg sparen, das habe ich vielleicht etwas übertrieben, aber uns geht es gut. Das Geheimnis war heute einfach die Fahrweise – wir sind zweimal relativ fehlerfrei runtergefahren und konnten dann auch unseren Startrückstand wieder einfahren. Bezüglich der Startzeiten sind wir aber gut mit dabei. Wir müssen jetzt erst einmal unseren Schlitten wieder herrichten – ich hoffe, wir haben nicht zu viel zu tun – und werden morgen dann einfach unser Bestes geben.“

--> O-Ton Nico Walther


Zweitbestes deutsches Team wurden Johannes Lochner und Christopher Weber. Mit zwei sauberen Läufen, minimalen Fahrfehlern sowie zwei guten Startzeiten konnten Lochner/Weber im zweiten Lauf drei Plätze gutmachen und liegen nun mit 0,19 Sekunden Rückstand auf dem aussichtsreichen dritten Rang: „Mit dem dritten Platz können wir zufrieden sein. Es war mir von Anfang an klar, dass der Start hier nicht so entscheidend ist, wenn man die Bahn gut trifft. Bei uns hat leider die Kurve 9 nicht so gut funktioniert, da fehlt dann unten der Speed. Wir müssen auf jeden Fall schauen, dass wir morgen perfekt runterfahren, die Kurve 9 gut treffen und dann können wir zumindest die jetzige Platzierung gut halten.“

--> 1. O-Ton Johannes Lochner

 

--> 2. O-Ton Johannes Lochner


Das dritte deutsche Team um Pilot Francesco Friedrich und Anschieber Thorsten Margis hatte am meisten mit der schwierigen Bahn des Alpensia Sliding Centers zu kämpfen. Trotz zwei exzellenter Startzeiten – unter anderem ein neuer Startrekord – unterliefen Friedrich vor allem in den oberen Passagen zu viele Fahrfehler, die ihn letztendlich auf den fünften Platz zurückfallen ließen. Eine olympische Medaille ist dennoch noch mehr als möglich: „Das Material passt hundertprozentig. Jetzt heißt es, die Fehler bis morgen auszumerzen. Morgen wird es nochmal ein richtiger Krimi.“

--> O-Ton Francesco Friedrich


Am Montag, 19. Februar starten ab 12.15 Uhr (MEZ) die beiden Finalläufe der Zweierbob Männer. (lr)

Platzierungen der deutschen Bob-Athleten

1. Platz: Nico Walther/Christian Poser
3. Platz: Johannes Lochner/Christopher Weber
5. Platz: Francesco Friedrich/Thorsten Margis

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6. GRM Group Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen (AUT), 15.-17.02.2018 – Deutsche Meisterschaften in Unterammergau, 18.02.2018

• Sara Bachmann bei Saisonfinale auf Podest
• Deutsche Naturbahnrodler beschließen Saison mit Deutscher Meisterschaft

Umhausen (AUT) Die deutschen Naturbahnrodler haben beim Saisonfinale im österreichischen Umhausen klar ihre Ambitionen für die kommende Saison unterstrichen. Sara Bachmann holte erstmals in diesem Winter einen Podestplatz.

Jede Menge Grund zum Jubeln gab es für die deutschen Naturbahnrodler am vergangenen Wochenende. Nach dreiwöchiger Verletzungspause war Sara Bachmann (WSV Unterammergau) bei den Europameisterschaften in Winterleiten noch undankbare Vierte geworden. Eine Woche später zeigte sie, dass bei einer verletzungsfreien Saison absolut mit ihr zu rechnen ist.

„Endlich hat es mal geklappt“, bilanzierte der Koordinator Naturbahn, Thomas Niemetz, nach dem Rennen. „Immer knapp am Podest vorbei, kann frustrierend sein. Aber Sara hatte am Freitag Geburtstag und hat sich am Samstag den 2. Platz geschenkt.“ Ein Geschenk ist dieser Silber-Rang auch für die Verantwortlichen der Naturbahnrodler im Bob- und Schlittenverband für Deutschland. Es bestätigt sie in ihrer Arbeit. „Es war unsere erfolgreichste Saison überhaupt“, freute sich Niemetz. „Die Richtung stimmt.“

Vor allem die Junioren konnten erstmals als komplettes Team bei den Damen, den Herren und im Doppel antreten. Ihre so gewonnene Erfahrung konnten die Athleten auch gleich im Seniorenbereich umsetzen. Lisa Walch (WSV Unterammergau), Josef Limmer (SC Riessersee, Einzel und Doppel) und Simon Dietz (WSV Unterammergau, Doppel) unterstützten ihre Teamkollegen Sara Bachmann, Michaela Niemetz (WSV Unterammergau) und Marius Schmelzer (WSV Oberaudorf) in Umhausen nach Kräften.

Alle Damen unter den Top Ten


„Vor allem die Damen haben ein tolles Rennen gezeigt“, so der Naturbahn-Koordinator. „Es war aufgrund des Regens sehr schwer zu fahren und alle haben es toll gemeistert.“ Neben der Zweitplatzierten Bachmann, beendete Lisa Walch ihre beiden Läufe auf Platz sieben. Michaela Niemetz wurde 10.

Bei den Herren reichte es nicht ganz unter die Top Ten. Marius Schmelzer wurde 12., Josef Limmer 14. Für beide eine solide Leistung. Schmelzer hat aufgrund schulischer Ausbildung einige Wochen Trainingsrückstand. „Das Potential bei ihm ist aber da“, ist sich Thomas Niemetz sicher. Limmer habe dagegen mit der Doppelbelastung Einsitzer und Doppelsitzer zu kämpfen gehabt. „Trotzdem rückt er immer weiter nach vorne.“

Das ganze Team rückt immer weiter an die übermächtige Konkurrenz aus Österreich, Italien und Russland heran. Dafür werden in den kommenden zwei bis drei Wochen noch Lauf-und Materialtests durchgeführt. „Wir hoffen auch noch auf ein paar Trainingsfahrten in Latzfons, dort finden im kommenden Jahr die Weltmeisterschaften statt“, blickt Niemetz voraus.

Familiäre Deutsche Meisterschaften


Zuvor durften sich die Athleten aber bei der Deutschen Meisterschaft in Unterammergau messen. Dort hatte ein ‚Oldie‘ die Nase vorn. Björn Kierspiel vom SC Riessersee verwies Marius Schmelzer und Christian Wichan (WSV Unterammergau) auf die Plätze. Bei den Damen gewann Michaela Niemetz vor Sara Bachmann und zeigte damit, dass auch sie in der kommenden Saison weiter angreifen will. Schneller als ihre beiden Teamkolleginnen war nur Lisa Walch, die allerdings in der Junioren-Klasse 1 gewertet wurde.


Außerdem gewann die Jugend 2 Sarah Schiller vom WSV Unterammergau. Junioren-1-Sieger wurde Simon Dietz. Regina Rowold vom RC Rottach-Egern siegte in der Junioren-2-Klasse genauso wie Josef Limmer, der Oliver Schiller und Maximilian Wichan (beide WSV Unterammergau) auf die Plätze zwei und drei verwies. Keine Konkurrenz hatte Hubert Erb vom MTV Rosenheim bei den Senioren. Im Junioren-Doppel nahmen Josef Limmer und Simon Dietz dem Duo Oliver Schiller/Maximilian Wichan über zwei Sekunden ab.

Mit 13 Teilnehmern waren die Deutschen Meisterschaften für die Naturbahnrodler fast ein Familienfest und ein absolut würdiger Abschluss einer erfolgreichen Saison.

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Olympia: Silber für Jacqueline Lölling in PyeongChang

• Lizzy Yarnold (GBR) verteidigt Olympia-Gold, Bronze für Teamkollegin Laura Deas
• Jacqueline Lölling gewinnt bei Olympiadebüt Silbermedaille
• Tina Hermann und Anna Fernstädt auf den Plätzen 5 und 6

PyeongChang (bsd/17.02.2018) Für die erste deutsche Goldmedaille im Frauen-Skeleton reichte es bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang zwar leider nicht, doch die Silbermedaille glänzte für Top-Favoritin Jacqueline Lölling nach einem nervenaufreibendem Finallauf sicherlich genauso schön.

Nach einem blitzsauberen vierten Lauf sicherte sich die 23-jährige Brachbacherin bei ihrem Olympiadebüt das erste Edelmetall ihrer Karriere und fuhr zugleich das beste Ergebnis der deutschen Skeleton-Mannschaft ein: „Das habe ich nicht alleine geschafft, da steht ein Riesen-Team dahinter – ich bin einfach überglücklich. Es war heute bis zur letzten Sekunde ein Nervenkick. Ich war vor dem dritten Lauf sehr angespannt, den vierten Lauf wollte ich dann nochmal bestmöglich runterfahren und zeigen, was ich kann. Es hat geklappt, aber es waren zwei nervenzerreißende Tage hier.“

--> O-Ton Jacqueline Lölling


Gold gewann die Britin Lizzy Yarnold, Olympiasiegerin von 2014, die damit ihren Titel erfolgreich verteidigen konnte und sich nun Doppel-Olympiasiegerin nennen darf. Ihre Teamkollegin Laura Deas wurde mit 0,62 Sekunden Rückstand Dritte.

Die Österreicherin Janine Flock, die nach dem dritten Lauf in Führung gelegen hatte, hatte in der oberen Passage einen groben Fahrfehler, fiel auf den undankbaren vierten Platz zurück und musste die bereits sicher geglaubte Medaille an die Britin Laura Deas abgeben.

Für Tina Hermann ging sich bei ihrem Olympiadebüt leider kein olympisches Edelmetall aus. Trotz eines starken vierten Laufs sowie guten Startzeiten fiel die 25-jährige auf den fünften Platz zurück: „Es ärgert einen natürlich, wenn man die engen Abstände sieht. Aber es ist vorbei und ich denke, dass ich trotzdem zufrieden sein kann. Für Jacqueline freut es mich riesig und es ist auch für unsere Sportart sehr wichtig, dass sie eine Medaille geholt hat. Sie hatte als amtierende Weltmeisterin, Europameisterin und Gesamtweltcupsiegerin einen großen Druck. Ihre Medaille werden wir sicherlich heute feiern.“

--> O-Ton Tina Hermann


Anna Fernstädt, die Jüngste im deutschen Team und Juniorenweltmeisterin von 2017, konnte eine dritte deutsche Top Sechs-Platzierung einfahren und sicherte sich den starken sechsten Rang.

Cheftrainer Jens Müller: „Es war unser großes Ziel, eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. Letztendlich ist es Silber geworden, damit können wir sehr zufrieden sein. Die engen Abstände, die Fahrfehler, die Positionswechsel – das war ein Wahnsinns-Rennen und eine gute Werbung für den Skeletonsport. Ich hoffe, dass sich in Deutschland viele das Rennen angeschaut haben und sich der eine oder andere dazu entscheidet, in Zukunft in diesen Sport einzusteigen. Wir brauchen schnelle Sprinter am Start, die fahrerisch was drauf haben und auch risikobereit sind.“ (lr)
   

--> O-Ton Jens Müller

 

Platzierungen der deutschen Skeleton-Athletinnen

2. Platz: Jacqueline Lölling
5. Platz: Tina Hermann
6. Platz: Anna Fernstädt

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Olympia: Jacqueline Lölling nach Halbzeit auf Goldkurs

• Jacqueline Lölling führt nach Halbzeit vor Janine Flock (AUT) und Lizzy Yarnold (GBR)
• Anna Fernstädt und Tina Hermann auf den aussichtsreichen Plätzen 5 und 6

PyeongChang (bsd/16.02.2018) Jacqueline Lölling, die 23-jährige „Speed-Queen“ im Skeleton, liegt nach den ersten zwei von insgesamt vier Läufen bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang auf Goldkurs: Mit nur zwei hundertstel Sekunden Vorsprung setzte sich die Brachbacherin an die Spitze des Feldes und verwies ihre Konkurrentinnen Janine Flock aus Österreich sowie die Britin Lizzy Yarnold (+ 0,10 Sek.) auf die Ränge zwei und drei.

Nach dem ersten Lauf hatte zunächst noch Lizzy Yarnold geführt, Olympiasiegerin von Sochi 2014, und Jacqueline Lölling auf Platz zwei verdrängt. Der zweite Lauf war hingegen Lölling besser gelungen, die damit ihre Favoritenrolle auf die Goldmedaille bestätigen konnte: „Im zweiten Lauf hatte ich einen großen Patzer. Das ist ein bisschen ärgerlich, aber ich weiß trotzdem, was noch drin ist. Die Bahn verzeiht nichts, da patzt jeder mal. Für morgen gilt es, nochmal Vollgas zu fahren. Es ist ein sehr knappes Rennen, aber wenn ich treffe, bin ich ganz vorne mit dabei.“

--> O-Ton Jacqueline Lölling


Tina Hermann lag nach dem ersten Lauf auf Rang drei, fiel jedoch im zweiten Durchgang auf den sechsten Rang zurück. Für Edelmetall könnte es sich am morgigen Tag mit zwei sauberen Finalläufen allerdings noch ausgehen: „Natürlich war ich auch ein bisschen aufgeregt. Im zweiten Lauf wollte ich es noch etwas besser machen, habe aber die Kurve 9 nicht ganz getroffen. Es ärgert mich, aber ich denke, dass ich auf jeden Fall noch angreifen kann und nach vorne etwas möglich ist. Rang sechs ist keine schlechte Position, da gilt dann: Alles oder nichts.“

--> O-Ton Tina Hermann


Anna Fernstädt, mit 21 Jahren die jüngste Olympiateilnehmerin bei den Skeletonis, liegt nach dem zweiten Lauf mit Rang fünf ebenso wie Hermann noch auf Schlagdistanz auf olympisches Edelmetall: „Es ist nach vorne hin noch alles möglich. Ich hatte kleine Fehler, bin aber auch zwei saubere Läufe gefahren. Ich hoffe, dass ich morgen nochmal zwei konstante Läufe schaffen werde. Es geht hier einfach um vier konstante Läufe, und wer das schafft, der ist vorne.“

--> O-Ton Anna Fernstädt


Am Samstag, 17. Februar starten ab 12.20 Uhr (MEZ) die beiden Finalläufe der Skeleton Frauen. (lr)

Platzierungen der deutschen Skeleton-Athletinnen

1. Platz: Jacqueline Lölling
5. Platz: Anna Fernstädt
6. Platz: Tina Hermann

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Bob: BSD-Kufencracks gehen in PyeongChang auf Medaillenjagd / Vorschau

• Friedrich, Lochner und Walther mit Medaillenambitionen
• Schneider und Jamanka stark unterwegs
• Konkurrenz kommt vor allem aus Kanada, Lettland, USA und der Schweiz

PyeongChang (bsd/10.02.2018) Am 9. Februar wurden die XXIII. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang feierlich eröffnet. Bis zum 25. Februar kämpfen knapp 3000 Athleten und Athletinnen in sieben Sportarten und 15 Disziplinen bei 102 Entscheidungen um die Medaillen. Nach den Rennrodlern und Skeletonis des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) wollen die Bobsportler im Olympic Sliding Centre in Alpensia nach olympischem Edelmetall greifen.

Mit Vollgas und einer starken Saison im Rücken wollen die deutschen Bobsportler die historische Olympia-Pleite von vor vier Jahren vergessen machen. Damals fuhren die BSD-Cracks im russischen Sochi allesamt an den Podestplätzen vorbei und blieben damit erstmals seit den Winterspielen von 1964 in Innsbruck ohne Medaille. Die deutschen Bob-Damen waren bereits 2010 in Vancouver leer ausgegangen.

Die Chancen auf Widergutmachung stehen gut. Das Männerteam, das derzeit alle Weltmeister stellt, kam im Saisonverlauf immer besser in Schwung. Vierer-Champion Johannes Lochner fuhr im großen Schlitten vier Saisonsiege ein und setzte sich damit erstmals in seiner Karriere die Krone des Gesamtweltcupsiegers auf. Doppel-Weltmeister Francesco Friedrich unterstrich nach holprigem Saisonstart in seiner Paradedisziplin Zweierbob zuletzt ebenfalls konstant seine Medaillenambitionen. In den letzten fünf Weltcup-Rennen raste der 27-jährige Ausnahmepilot immer aufs Weltcup-Podest (3x Zweiter) und feierte dabei zwei Siege.

--> O-Ton Francesco Friedrich und Thorsten Margis

 

--> O-Ton Johannes Lochner

Und Nico Walther demonstrierte gleich in beiden Schlitten Siegerqualitäten im Olympia-Winter. Der WM-Dritte überzeugte mit zwei Erfolgen im kleinen Schlitten sowie drei Siegen im Viererbob und darf sich durchaus Hoffnungen auf olympisches Edelmetall machen. Zu den Hauptkonkurrenten im Kampf um die Medaillen zählen die Kanadier Justin Kripps und Chris Spring, die Letten Oskars Melbardis und Oskars Kibemanis, der Schweizer Rico Peter und der Südkoreaner Won Yunjong.

--> O-Ton Nico Walther

Auch die deutschen Bob-Damen sind wieder zurück in der Erfolgsspur. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte im Olympia-Winter allen voran Stephanie Schneider: Die ehemalige Anschieberin von Cathleen Martini feierte beim Weltcup in Winterberg Anfang Dezember ihren ersten Erfolg als Pilotin und ließ bei den Rennen in Igls und am Königssee zwei weitere Siege folgen. Ihre Medaillenambitionen untermauerte die 27-Jährige zudem mit Podestplätzen in Lake Placid und St. Moritz (jeweils Dritte). Bärenstark präsentierte sich im Olympia-Winter auch Mariama Jamanka. Die 27-Jährige, die im Vorjahr überraschend zu EM-Gold fahren konnte, verbuchte in der abgelaufenen Weltcup-Saison drei Podest-Platzierungen und war bei keinem der acht Weltcuprennen schlechter als auf Rang sechs platziert.

Auch die dritte deutsche Starterin im Weltcup Anna Köhler machte in ihrer Debüt-Saison eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Die 24-Jährige Winterbergerin raste gleich in ihrem sechsten Weltcup-Rennen auf das Podium. Schneller waren Anfang Januar in Altenberg nur Olympiasiegerin Kaillie Humphries (Kanada) und die zweitplatzierte Jamie Greubel Poser, die wie ihre amerikanische Teamkollegin Elana Meyers Taylor als Top-Kandidatinnen auf olympisches Edelmetal in Pyeongchang gelten.

Der Bobsport gehört seit den ersten Winterspielen 1924 fast durchgehend zum Olympia-Programm. Einzige Ausnahme bilden die Olympischen Spiele von 1960 in Squaw Valley, USA. Das Organisationskomitee weigerte sich damals eine Bobbahn zu bauen, weil nur neun Länder ihre Teilnahme angekündigt hatten. Mit 40 Medaillen, darunter 16 goldenen, ist Deutschland unangefochten die erfolgreichste Bobsport-Nation bei Olympia. Mit vier Gold- sowie einer Silbermedaille ist Andre Lange der bisher erfolgreichste Bobpilot bei Olympischen Winterspielen. Frauen feierten 2002 in Salt Lake City ihre Olympia-Premiere im Zweierbob. Erfolgreichste Teilnehmerin ist die Kanadierin Kaillie Humphries, die 2010 und 2014 Gold gewann. Erfolgreichste deutsche Pilotin ist Sandra Kiriasis, die 2002 zu Silber und vier Jahre später in Turin zu Gold fahren konnte.  (mdp)

Die BSD-Nominierungen

Frauenbob

Bobteam Mariama Jamanka (BRC Thüringen): Jamanka/Lisa-Marie Buckwitz
Bobteam Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg): Schneider/Annika Drazek
Bobteam Anna Köhler (BSC Winterberg): Köhler/Erline Nolte
 
 
Zweierbob Männer

Bobteam Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg): Friedrich/Thorsten Margis
Bobteam Nico Walther (BSC Sachen Oberbärenburg): Walther/Christian Poser
Bobteam Johannes Lochner (BSC Stuttgart): Lochner/Christopher Weber
 
Viererbob

Bobteam Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg): Friedrich/Candy Bauer/Martin Grothkopp/Thorsten Margis
Bobteam Nico Walther (BSC Sachsen Oberbärenburg): Walther/Kevin Kuske/Alexander Rödiger/Eric Franke
Bobteam Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude): Lochner/Christopher Weber/Christian Poser/Christian Rasp

 
Der Zeitplan

Herren-Zweier-Bob, 1. & 2. Lauf: Sonntag, 18.02.2018, 12:05 Uhr (MEZ)
Damen-Zweier-Bob, 1. & 2. Lauf: Dienstag, 20.02.2018, 12:50 Uhr (MEZ)
Herren-Vierer-Bob, 1. & 2. Lauf: Samstag, 24.02.2018, 01:30 Uhr (MEZ)
Herren-Zweier-Bob, 3. & 4. Lauf: Montag, 19.02.2018, 12:15 Uhr (MEZ)
Damen-Zweier-Bob, 3. & 4. Lauf: Mittwoch, 21.02.2018, 12:40 Uhr (MEZ)
Herren-Vierer-Bob, 3. & 4. Lauf: Sonntag, 25.02.2018, 01:30 Uhr (MEZ)

 

Kooperation ist Erfolgsgeschichte mit Vorbildcharakter

• „Das Ehrenamt fängt zu Hause bei Kindern und Eltern an“

Winterberg/Hallenberg. (ske) Es ist eine Erfolgsgeschichte mit Vorbildcharakter. Seit Jahrzehnten arbeiten Haupt- und Ehrenamt in der VELTINS-EisArena eng und  vertrauensvoll zusammen. „Wir sind aufeinander angewiesen“, sagt Stephan Pieper, der Geschäftsführer der Erholungs- und Sportzentrum Winterberg GmbH (ESZW). „Ohne den einen geht es für den anderen nicht - und umgekehrt.“ Die ESZW ist Betreiber der Kunsteisbahn, aber beispielsweise auch der Ski-Sprungschanze St. Georg. „Wir sind nicht nur für die VELTINS-EisArena zuständig, sondern auch für die Ski-Sportstätten. Der größte Teil unserer Arbeit richtet sich aber auf die Bahn.“

Die Arbeit wird bei den Bob- und Rennrodel-Veranstaltungen gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern der beteiligten Vereine bewältigt. „Wir sind ein zuverlässiger Partner der ESZW“, betont Jens Morgenstern, der Vorsitzende des BSC Winterberg. Der BSC ist für die Ausrichtung der Bob-und Skeleton-Wettkämpfe zuständig. Der BSC Hallenberg kümmert sich seit Bestehen der Bahn 1977 ums Rennrodeln. Der Skiclub Winterberg ist einer der Partner im Bereich Ski und unterstützt beispielsweise die hauptamtlichen Mitarbeiter bei der Präparierung der Schanzen.

Vor diesem Hintergrund und der vertrauensvollen Zusammenarbeit ist Winterberg für die perfekte Organisation kleiner und großer Veranstaltungen bekannt. Das größte Lob kam aus dem Mund von Ivo Ferriani, dem Präsidenten des Internationalen Bob- und Skeleton- Verbandes (IBSF), der Winterberg vor drei Jahren bei der Bob- und Skeleton-WM die
„verbale Goldmedaille“ für eine glanzvolle Veranstaltung verlieh. Auch in der abgelaufenen Saison lief alles nach Plan. „Der IBSF-Weltcup-Koordinator Jos Mattli aus der Schweiz sowie auch seine Kollegen aus dem Europacup, Peter Hell und Roland Gruber, haben allen Helferinnen und Helfern persönlich für deren Einsatz gedankt“, berichtet BSC-Chef Morgenstern. „Dass alles so gut funktioniert, liegt natürlich auch an der hervorragenden Kooperation mit den Mitarbeitern der ESZW. Es passt.“ Auch der BRC Hallenberg  mit seinem Vorsitzenden Hans-Jürgen Köhne, im Weltverband FIL bestens verdrahtet, ist für seine profunde Ausrichtung der Rodel-Events bekannt. Der Weltcup Ende November 2017 verlief reibungslos, das „kleinere“ Junioren-Weltcupfinale im Januar 2018 mit über 350 Starts ebenso. „Die Bahnarbeiter haben großartige Arbeit geleistet, das Eis war perfekt. Hans- Jürgen Köhne und sein Team haben für eine perfekte Ausrichtung der Veranstaltung gesorgt“, meinte Maria Jasencakova, die Technische Delegierte der FIL. „Wir kommen gerne nach Winterberg.“

Stephan Pieper weiß, dass es ohne die Vereine nicht läuft, zumal es immer schwieriger wird, hauptamtliche Kräfte, sprich Bahnarbeiter, für die VELTINS-EisArena zu gewinnen. Pieper macht aber auf einen anderen, wichtigen, weil zukunftsweisenden Aspekt aufmerksam: „Das Ehrenamt fängt zu Hause bei den Kindern und Eltern an. Wenn man ans Ehrenamt denkt, muss man auch und besonders die Eltern nennen. Sie sorgen dafür, dass die Kinder zum Training kommen. Die Eltern sind gleichzeitig auch ehrenamtliche Betreuer.“

Vor diesem Hintergrund hat die ESZW eine Offensive gestartet und für die beiden Weltcups der vergangenen Saison Schülern und deren Eltern rund 5000 Karten zur Verfügung gestellt. „Wir haben die Kinder und Eltern eingeladen, die Kinder hatten freien Eintritt, die Erwachsenen mussten nur den halben Preis zahlen. Die Resonanz hat gestimmt. Wir müssen Kinder und Eltern an die Bahn holen. Die Kinder müssen Spaß haben.“
Andere Maßnahmen waren das vom Winterberger Stützpunkt initiierte Schülerrodeln und Schnupperrodeln. „Bei den Veranstaltungen sind jeweils über 70 Kinder mit Eltern oder Großeltern in die VELTINS-EisArena gekommen. Es waren regelrechte Familien-Events.“ Beim geplanten Bau des Multifunktionsgebäudes, das bis Ende des Jahres neben der Zielarena errichtet werden soll, wurde auch an die Kinder und Eltern sowie an die Trainer und Betreuer gedacht. Dann steht ihnen ein großer Aufenthaltsraum zur Verfügung. „Es geht um eine funktionierende Sportstätte und deren Zukunft. Das Hauptamt mit den Mitarbeitern und den Trainern des Stützpunktes und das Ehrenamt mit den Vereinen, Eltern und Betreuern brauchen sich gegenseitig. Beide leben vom Nachwuchs“, sagt Pieper.

 

Schnupperrodeln in der VELTINS-EisArena in Winterberg

Olympia: Sungbin Yun (KOR) gewinnt Goldmedaille im Skeleton der Männer

• Gold für überragenden Sungbin Yun aus Korea
• Silber für Nikita Tregubov (RUS), Bronze für Dominik Parsons (GBR)
• Drei Top Ten-Platzierungen für Jungk, Grotheer und Gassner

PyeongChang (bsd/16.02.2018) An ihm führte in diesem Winter einfach kein Weg vorbei: Koreas Skeleton-Star Sungbin Yun gewann bei seinen zweiten Olympischen Winterspielen mit überragendem Vorsprung die erste olympische Goldmedaille seiner Karriere und düpierte die internationale Konkurrenz mit neuen, kaum erreichbaren Bestzeiten: Mit Start- und Bahnrekord sowie Bestmarken in allen Zwischenzeiten in allen vier Läufen war Yun auf seiner Heimbahn ausnahmslos das Maß aller Dinge.

Die Silbermedaille sicherte sich Nikita Tregubov aus Russland mit bereits 1,63 Sekunden Rückstand, Bronze gewann der Brite Dominik Parsons (+ 1,65 Sek.). Top-Favorit Martins Dukurs fiel im Finallauf auf den undankbaren vierten Platz zurück.

Obwohl die deutsche Mannschaft um Axel Jungk, Christopher Grotheer sowie Alexander Gassner bei der Medaillenvergabe keine Rolle spielte, lieferten die drei Olympia-Debütanten mit drei Top Ten-Platzierungen eine gute Leistung ab.

Bester Deutscher wurde Axel Jungk mit Platz sieben. Nach Lauf eins lag Jungk noch auf dem aussichtsreichen dritten Rang, musste sich nach Lauf zwei jedoch der schwierigen Bahn geschlagen geben und fiel auf den siebten Rang zurück. Im dritten und vierten Lauf konnte dieser Rückstand kaum mehr aufgeholt werden – das Endergebnis ist letztendlich eine Top Ten-Platzierung mit Rang sieben und somit die beste deutsche Platzierung bei den Skeleton Männern bei Olympischen Winterspielen: „Es war ein sehr emotionales Rennen. Für Martins Dukurs tut es mir unheimlich leid, ich hätte ihm die Silbermedaille gegönnt. Für Tregubov freue ich mich, und die Briten haben es sich verdient. Nach dem dritten Lauf habe ich zu mir gesagt, dass ich jetzt doch noch vier Jahre dranhängen muss. Meinem Rücken ging es in den letzten drei Wochen sehr gut. Im April bzw. Mai wird sich dann entscheiden, wie es weitergeht in den nächsten Jahren.“

--> O-Ton Axel Jungk


Christopher Grotheer und Alexander Gassner sicherten sich zwei weitere deutsche Top Ten-Platzierungen mit den Rängen acht und neun. Besonders im Finallauf lieferten beide noch einmal zwei starke Läufe ab und verbesserten sich zudem in ihren Startzeiten.

Christopher Grotheer: „Im Training lief es richtig gut bei mir. Im Rennen hatte ich dann in der oberen Passage meine Probleme, war mit dem Material über der Grenze. Die untere Passage bin ich richtig gut gefahren, aber dort kann man leider nichts mehr aufholen, da die Konkurrenz einfach zu stark war.“

--> O-Ton Christopher Grotheer


Am 16. Februar starten ab 12.20 Uhr (MEZ) die ersten zwei Läufe der Skeleton Frauen. Als Top-Favoritinnen werden die beiden deutschen Athletinnen Jacqueline Lölling und Tina Hermann gehandelt. (lr)

Platzierungen der deutschen Skeleton-Athleten

7. Platz: Axel Jungk
8. Platz: Christopher Grotheer
9. Platz: Alexander Gassner

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