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FELIX LOCH ALS „SPORTLER DES JAHRES“ BEI 2. BERCHTESGADENER SPORT-GALA GEEHRT

• 470 Gala-Gäste feiern sportliche Erfolge ihrer heimischen Athleten
• Vaterfreuden und Berchtesgadener Sportpreis für Felix Loch
• „Gold-Tobis“ werden zum zweiten Mal mit dem Sportpreis ausgezeichnet

Berchtesgaden (bsd/08.05.2018) Für Felix Loch gab es am vergangenen Freitag, den 4. Mai, gleich doppelt Grund zur Freude: Am Vormittag wurde er zum zweiten Mal Vater, und am Abend als „Sportler des Jahres“ auf der 2. Berchtesgadener Sport-Gala geehrt. Loch hatte in der abgelaufenen Saison zum sechsten Mal in Folge den Rennrodel-Gesamtweltcup gewonnen. Doch der Hauptgrund seiner Wahl war vor allem „die menschliche Größe, die Felix zeigte, im Moment seiner vielleicht größten Niederlage“, so Laudator Franz Rasp während der feierlichen Preisverleihung im AlpenCongress in Berchtesgaden. Dass er den Preis nicht persönlich entgegennahm, sondern sich nur per Videobotschaft bedankte, dafür hatten die über 470 Gäste im festlich geschmückten Saal vollstes Verständnis.


 
Neben Felix Loch wurden vier weitere BSD-Athleten und Trainer für ihre sportlichen internationalen Erfolge in der Heimat geehrt. Skeleton-Pilot Felix Keisinger erhielt von Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich den Berchtesgadener Sportpreis als „Nachwuchssportler des Jahres“ überreicht. Der 20-Jährige vom WSV Königssee gewann bei der Junioren-WM in St. Moritz Bronze, stand in der letzten Saison achtmal beim Intercontinentalcup auf dem Treppchen, davon fünfmal als Sieger ganz oben, und war auch im Europacup erfolgreich. „Hier zuhause nach der Saison nochmal geehrt zu werden, ist natürlich toll und freut mich sehr“, erklärt Felix Keisinger. In der kommenden Saison möchte er den Abstand zum Weltcupteam weiter verkürzen und bei der JWM auf jeden Fall wieder auf dem Podest stehen.



Nachdem sie bei der ersten Sport-Gala als „Botschafter des Sports“ geehrt wurden, erhielten die „Gold-Tobis“, Tobias Wendl und Tobias Arlt, in diesem Jahr den Preis als „Mannschaft des Jahres“. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michael Kaniber würdigte in ihrer Laudatio nicht nur die sportlichen Erfolge, sondern auch den unbeschreiblichen Teamgeist, den die vierfachen Doppelsitzer-Olympiasieger in die Welt hinaustragen, sowie ihr Engagement für die Nachwuchsförderung.
 
„Es ehrt uns natürlich ungemein, dass wir den Preis entgegennehmen durften. Der von Heinz Quittenbaum gestaltete Preis gefällt uns wirklich sehr gut, denn er zeigt und würdigt alle Wintersportarten, die hier im Landkreis vertreten sind. Wir sind sehr stolz und zurecht als Mannschaft geehrt worden, weil wir immer auch zusammen als Team auftreten“, freut sich Tobias Arlt. „Wir sind schon so lange zusammen, und Mannschaften können auch mal jemanden auswechseln. Aber wir wechseln niemanden aus, wir sind quasi eng miteinander verbunden, sozusagen zusammengeschweißt“, ergänzt Tobias Wendl lachend.



Die Medaillen seiner Rodler bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder Weltcuprennen lassen sich nicht mehr in wenigen Zeilen zusammenfassen, meinte Laudator Andreas Trautvetter, Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), der Norbert Loch als einen der weltweit erfolgreichsten Trainer und vor allem als „großen Menschen“ würdigte und ihm den Preis als „Trainer des Jahres“ überreichte.

„Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, weil damit nicht nur meine Arbeit, sondern die des gesamten Trainerteams honoriert wird. Ich durfte die über viele Jahre sehr gute Nachwuchsarbeit lange Zeit selbst mitbegleiten und kann sie jetzt in meiner Position als Cheftrainer weiter beobachten. Gemeinsam mit den Stützpunkttrainern habe ich viel erreicht und bin deshalb sehr stolz darüber, dass es in diesem Rahmen geschätzt und geehrt wurde“, freut sich Norbert Loch.


 
Die in Zusammenarbeit der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) und des Wintersport-Fördervereins „Sport-Talent“ organisierte Sport-Gala war ein voller Erfolg. Der Reinerlös der Gala-Veranstaltung kommt zu 100 Prozent der Nachwuchsförderung zugute.

Die Preisträger der 2. Berchtesgadener Sport-Gala im Überblick


• Sportlerin des Jahres: Ramona Hofmeister (Snowboard)

• Sportler des Jahres: Felix Loch (Rennrodeln)

• Mannschaft des Jahres: Tobias Wendl und Tobias Arlt (Rennrodeln)

• Nachwuchssportlerin des Jahres: Franziska Pfnür (Biathlon)

• Nachwuchssportler des Jahres: Felix Keisinger (Skeleton)

• Trainer des Jahres: Norbert Loch (Rennrodeln)

• Stützpunkttrainer des Jahres: Christian Leitner (Skisprung)

• Persönlicher Preis der Bürgermeister: SG Schönau (Fußball)

• Herausragender Förderer des Berchtesgadener Sports: Roland Schnaitmann, Bayernwerk AG

• Herausragender Absolvent des CJD Berchtesgaden: Constantin Schmid (Skisprung)

• Ehrenpreis für das Lebenswerk: Jürgen Seifert (Biathlon)

 

Bilder: Jürgen Wassmuth

Rennrodeln: Oberhof richtet 50. Rodel-EM und Weltcup 2019 aus

• Europäische Jubiläumswettkämpfe 2019 in Thüringen
• TSBV-Sportdirektor Uwe Theisinger freut sich auf Volksfeststimmung

Berchtesgaden (bsd/03.05.2018) Die 50. FIL Rennrodel-Europameisterschaften werden in dieser Saison in Oberhof ausgetragen. Damit geht es für das deutsche Team vom 4. bis 10. Februar 2019 auf der Rennschlitten- und Bobbahn unweit des legendären Grenzadlers nicht nur um Weltcup-Punkte, sondern auch um EM-Medaillen. Die europäischen Jubiläumswettkämpfe werden als sogenannte „Race in Race“ Veranstaltungen durchgeführt.

TSBV- Sportdirektor und Cheforganisator Uwe Theisinger zeigt sich über die Entscheidung sehr erfreut: „Es ist eine große Wertschätzung für uns als Verband aber vor allem für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, dass wir im kommenden Jahr nicht nur einen Weltcup, sondern zugleich die 50. europäischen Titelkämpfe durchführen werden. Die Rodelwettkämpfe sind bei uns nicht nur reine Sportveranstaltungen, sondern haben mit mehr als 11.000 Zuschauern immer Volksfestcharakter.  Die FIL honoriert damit die Einzigartigkeit Wettbewerbe im nationalen und internationalen Vergleich. Darauf sind wir sehr stolz.“

Bei den letzten Europameisterschaften, die in Sigulda ausgetragen wurden, konnte sich der BSD über einen EM-Titel durch Toni Eggert und Sascha Benecken im Doppelsitzer sowie drei Silbermedaillen durch Nathalie Geisenberger und Felix Loch im Einsitzer und in der Teamstaffel sowie eine Bronzemedaille durch Tobias Wendl und Tobias Arlt im Doppelsitzer freuen. 

Vorschau: 2. Berchtesgadener Sport-Gala ehrt herausragende Leistungen im Sport

Berchtesgaden (bsd/27.04.2018) Am kommenden Freitag, den 4. Mai 2018, findet im AlpenCongress die zweite Berchtesgadener Sport-Gala statt. In Zusammenarbeit der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) und des Wintersport-Fördervereins „Sport-Talent“ werden in festlichem Ambiente auch dieses Jahr die herausragenden sportlichen Leistungen und Erfolge heimischer Spitzensportler, Trainer, Förderer des Sports sowie das ehrenamtliche Engagement geehrt.

Die Preisträger in zwölf Kategorien werden von der aus den Bürgermeistern der fünf Gemeinden des inneren Landkreises sowie aus Sportvertretern bestehenden Jury ausgewählt. Den Jury-Vorsitz haben Helmut Weinbuch, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes und Ehrenpräsident von „Sport-Talent“, und Sebastian Rasp, Vorstand für Vereinsmanagement des Fördervereins.

Der neue Sport-Gala-Preis wurde von dem Berchtesgadener Unternehmer und tatkräftigem Sportförderer Heinz Quittenbaum uneigennützig gestaltet und ist durch sein einzigartiges Design ein echter Blickfang: Der Watzmann steht im Mittelpunkt und repräsentiert die Heimatverbundenheit. Darauf abgebildet sind zwölf Wintersportdisziplinen wie zum Beispiel Ski Alpin, Biathlon, Skispringen oder Rennrodeln, die die langjährige Tradition des Sports im Berchtesgadener Talkessel darstellen.

Besonders interessant verspricht die von Sebastian Rasp und Hans Scherer gestaltete Ausstellung über die Geschichte der Olympischen Winterspiele zu werden. Beginnend mit den ersten Spielen 1924 im französischen Chamonix bis zu den letzten Spielen im südkoreanischen PyeongChang 2018 haben beide interessante Exponate und Hintergrundinformationen zusammengetragen.

Die Ausstellung ist am Mittwoch (02. Mai) und Donnerstag (03. Mai) jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet sowie am Samstag (05. Mai) von 10 bis 16 Uhr.

Der Reinerlös der Sport-Gala kommt übrigens zu 100 % der Nachwuchsförderung zugute.

Weitere Informationen zur Berchtesgadener Sport-Gala finden Sie unter: www.bglt.de/sportgala

SKELETON: BSD BERUFT DIRK MATSCHENZ ZUM NEUEN CHEFTRAINER SKELETON

• Dirk Matschenz wird offizieller Nachfolger von Jens Müller
• Nachwuchsarbeit, Personalaufstockung und Materialentwicklung sind Schwerpunkte seiner anstehenden Aufgaben

Berchtesgaden (bsd/25.04.2018) Bundestrainer Dirk Matschenz wird das deutsche Skeleton-Nationalteam ab sofort als Cheftrainer Skeleton in die neue Wintersportsaison führen. Er tritt damit die Nachfolge von Jens Müller an, der sich nach 16 Jahren als Trainer im Skeletonsport aus dem deutschen Leistungssport verabschiedet hat. Der Vorstand des BSD hat Dirk Matschenz in der jährlichen Sportausschuss-Sitzung des BSD sein Vertrauen ausgesprochen und ihn zum neuen Cheftrainer Skeleton berufen.

„Bereits in der Wintersportsaison 2014/15 hatte Dirk Matschenz kommissarisch die Skeleton-Nationalmannschaft betreut, als Cheftrainer Jens Müller wegen eines Herzinfarkts ausgefallen war. Spätestens seitdem wissen wir, dass wir uns auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen können. Wir freuen uns, dass er die Aufgabe übernimmt und das Team um Olympia-Silbermedaillengewinnerin Jacqueline Lölling in den nächsten Olympia-Zyklus führen wird“, erklärt BSD-Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor Thomas Schwab.

„Der Skeletonsport bestimmt seit vielen Jahren mein Leben, und ich werde als Cheftrainer alles daran setzen, unsere Athleten weiter in der Weltspitze zu etablieren und erfolgreich auf dem Weg zu den nächsten Olympischen Winterspielen 2022 in Peking zu begleiten“, so der 38-jährige Matschenz. Neben der Betreuung des Nationalkaders und der erfolgreichen Sichtung und Ausbildung des Nachwuchses sieht Matschenz einen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Aufstockung des Personals und der spezifischen Weiterbildung. Wichtig sei hier vor allem die leichtathletische Grundausbildung, die für die Verbesserung der Startzeiten entscheidend ist. Zudem möchte er noch enger mit Sportwissenschaftlern für trainingswissenschaftliche Auswertungen und neue Trainingsimpulse zusammenarbeiten und wieder einen regelmäßigen Austausch zur Materialentwicklung fördern.

Der gebürtige Ilmenauer war seit 1997 im Skeleton für den BSD als Athlet im Einsatz, wurde 1999 bei den Weltmeisterschaften in Altenberg Zehnter und gewann 2001 den Deutschen Meistertitel. Nach einem Streit mit dem deutschen Verband wechselte Matschenz 2002 in die Niederlande und wurde 2004 und 2006 jeweils EM-Vierter. Bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 konnte er trotz sportlicher Qualifikation nicht teilnehmen, da er noch keinen niederländischen Pass besaß. Nach einem folgenschweren Unfall in Oberhof, wo er auf der Startstrecke mit einem Bob zusammenstieß und schwere Beinverletzungen erlitt, beendete Matschenz 2007 seine Karriere. Er absolvierte eine Trainerausbildung und arbeitete zunächst erfolgreich für die Niederlande, Norwegen und Neuseeland. 2010 holte ihn Vorgänger Jens Müller zurück zum BSD, wo er bis jetzt als Bundestrainer in Berchtesgaden tätig war.
 

Zum Gedenken an Günter Gscheidlinger

Berchtesgaden (bsd/23.04.2018) Der BSD trauert um seinen langjährigen Geschäftsführer Günter Gscheidlinger. Am Sonntag, 22. April 2018, ist Günter Gscheidlinger im Alter von 79 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

In seiner beinahe 30-jährigen Amtszeit hatte der gebürtige Passauer drei Tätigkeiten inne – Geschäftsführer des Bundesleistungszentrums (BLZ), Sportdirektor für den Leistungssportbereich sowie Generalsekretär des Deutschen Bob- und Schlittensportverbandes (DBSV). Am 13. Juli 1970 übernahm Günter Gscheidlinger die Stelle des Geschäftsführers des DBSV. Zuvor war er noch als Zweigstellenleiter bei der Barmer Ersatzkasse im niederbayerischen Eggenfelden tätig gewesen.

In seiner Amtszeit begann Günter Gscheidlinger sehr früh mit dem Aufbau und der Pflege von Kontakten und Verbindungen mit all jenen, die am Leistungssport beteiligt waren und sich für dessen Weiterentwicklung einsetzten. Sein ganz besonderes Augenmerk legte er auf den stetigen Kontakt zu Schulen und Vereinen: Die Einbindung des Rodelsports im Schulsport gehörte ebenso zu seinen Herzensangelegenheiten wie das jährliche Journalistenrodeln.


Da ihm die sportliche Bewegung seiner Mitarbeiter wichtig war, führte er den „BSD-Betriebssport“ ein. Als passionierter Tennisspieler mussten alle mindestens einmal als sein Sparringspartner auf den Platz, was immer für großen Spaß unter den Mitarbeitern sorgte. Im Jahr 2000 verabschiedete sich der damals 62-Jährige aus seinem Amt als DBSV-Geschäftsführer und übergab seine Position an Stefan Krauß.

Günter Gscheidlinger mit dem ehemaligen BSD (ehemals DBSV) Präsidenten Klaus Kotter (l.)

Auch in seiner Freizeit blieb Günter Gscheidlinger dem Sport treu. Als passionierter Bergsteiger durchstieg er nur einige Tage vor seinem 60. Geburtstag in sechs Stunden die berüchtigte Watzmann Ostwand, die mit 1.800 Metern die längste durchgehende Felswand der Ostalpen ist. Gelegentliche Auftritte im Berchtesgadener Bauerntheater gehörten ebenso zu seinen Hobbies wie seine Tätigkeit als Autor. Unter dem Pseudonym „Maximilian Hofer“ veröffentlichte Günter Gscheidlinger sieben Bücher – darunter die vierteilige Untersberg-Saga, zwei Kriminalromane sowie einen historischen Roman.

Wichtig war ihm auch immer sein ehrenamtliches Engagement: Mit der Organisation von Hilfsprojekten und in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ initiierte Günter Gscheidlinger zahlreiche Wohltätigkeitsveranstaltungen.



Ich habe Günter Gscheidlinger als junger Athlet kennen und später als meinen Chef schätzen gelernt. Besonders beeindruckt hat mich sein ausgeprägter Geschäftssinn, insbesondere bei Verhandlungen mit den für uns zuständigen Ministerien, bei denen er immer ein Maximum für unseren Verband erreichte. Ich habe in der gemeinsamen Zeit mit ihm sehr viel gelernt.

Mit Günter Gscheidlinger verliert der Bob- und Schlittensportverband für Deutschland einen hochgeschätzten Sportfunktionär, der sich für die Belange des Kufensports in höchstem Maße einsetzte und diesen auch weiterzuentwickeln und zu verbessern wusste.

Er wird dem Verband stets in wertvoller und dankbarer Erinnerung bleiben.

Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie.

Thomas Schwab
Vorstand BSD

BSD: Heike Gruner wird neue Pressesprecherin des Bob- und Schlittenverbandes

• Personalwechsel nach 16 Jahren
• Heike Gruner übernimmt Öffentlichkeitsarbeit des BSD

Berchtesgaden (bsd/24.04.2018) Seit April 2018 ist Heike Gruner als Pressesprecherin für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland e. V. tätig. Sie übernimmt damit den Aufgabenbereich von Margit Dengler-Paar, die über 15 Jahre lang für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BSD verantwortlich war und den Verband nach den erfolgreichen Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang auf eigenen Wunsch verlassen hat, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.

Frau Gruner war von 2001 bis 2015 als Press & PR Managerin bei der Eurosport Media GmbH in München tätig und in dieser Funktion für die gesamte Programmkommunikation der TV Sender Eurosport und Eurosport 2 im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Sie hat zahlreiche Sportevents kommunikativ begleitet, u. a. Pressereisen zu FIL- oder IBSF-Weltcups organisiert und ist vor allem im Wintersport sehr gut vernetzt. Seit 2015 ist sie als freie Journalistin und PR-Beraterin tätig und hat zuletzt als Biathlon Mixed Zone Supervisor für das PyeongChang Organizing Committee bei den Olympischen Winterspielen 2018 gearbeitet.

Die 46-jährige ist in Frankfurt (Oder) geboren und hat nach ihrem Volontariat bei der „Märkischen Oderzeitung“ in Frankfurt (Oder) zunächst ein Jahr in London verbracht, um dort zu arbeiten und die englische Sprache zu lernen. Anschließend studierte sie an der Universität Potsdam und in Madrid im Magisterstudiengang Anglistik und Amerikanistik sowie Spanische Philologie und Germanistik. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als PR- und Marketingassistentin bei Council on International Educational Exchange e. V., einer privaten, gemeinnützigen Organisation im internationalen Bildungsaustausch, ehe sie 2001 nach München zog, um bei Eurosport zu arbeiten.

Schon als Kind war Heike Gruner sportlich aktiv und steckte viel Energie in ihre sportliche Karriere als Leichtathletin. Nachdem sie sich aus gesundheitlichen Gründen vom Leistungssport verabschieden musste, blieb sie der Leichtathletik als Übungsleiterin und Kampfrichterin im Nachwuchsbereich treu. Heute ist sie vielseitig sportlich aktiv, geht regelmäßig joggen, E-biken, wandern, skifahren, langlaufen und klettern. Es gibt kaum eine Sportart, die sie nicht interessiert, und sie gehört zu den Leuten, die die Zeitungslektüre immer mit dem Sportteil beginnen.

Rennrodeln: TATJANA HÜFNER FÄHRT BIS ZUR HEIM-WM WEITER

• Hüfner verlängert Karriere um mindestens 1 Jahr
• Vorfreude auf Heim-WM in Winterberg 2019

Berchtesgaden (bsd/19.04.2018). Nachdem es am Samstagabend beim Thüringer Ball des Sports bereits durchgesickert ist, hat Tatjana Hüfner es gestern auf ihrer Facebook-Seite offiziell verkündet: Die Rekord-Weltmeisterin wird noch mindestens ein Jahr auf den Rennrodelbahnen der Welt unterwegs sein.

„Ich habe es mir gut überlegt, und die endgültige Entscheidung ist tatsächlich erst letzte Woche gereift. Aber ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung ist. Wichtig ist für mich, dass ich die richtigen Schlüsse aus den Erfahrungen in PyeongChang gezogen habe. Und deshalb werde ich in jedem Fall noch einmal voll angreifen“, erklärt die 34jährige.

Bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang war Hüfner auf dem undankbaren vierten Platz gelandet. Neben ihrem Olympiasieg in Vancouver 2010 hatte sie bereits Bronze bei den Olympischen Spielen in Turin (2006) und Silber in Sochi (2014) gewonnen. Tatjana Hüfner ist eine der erfolgreichsten deutschen Rennrodlerinnen. Sie gewann acht Weltmeistertitel (5x Einzel und 3x Team), war Europameisterin und hat von 2008 bis 2012 insgesamt fünf Mal in Folge den Viessmann Gesamtweltcup gewonnen.

Ab Mai steigt Tatjana Hüfner wieder voll ins Training ein und freut sich schon auf die Heim-WM, die vom 25. bis 27. Januar 2019 in der Veltins EisArena in Winterberg stattfinden wird.
 

Rennrodeln: Neuer Saisonkalender des internationalen Rennrodelverbands FIL

• Rennrodel-Weltmeisterschaften in Winterberg als Saisonhöhepunkt
• Insgesamt 9 Weltcupstationen in der Saison 2018/19
• Weltcupstart in Innsbruck/Igls (AUT)

Berchtesgaden (bsd/19.04.2018) Vor Kurzem gab der internationale Rennrodelverband FIL (Fédération Internationale de Luge de Course) den neuen Kalender für die Weltcupsaison 2018/19 bekannt. Als Wettkampfhöhepunkt stehen die 48. FIL Rennrodel-Weltmeisterschaften auf dem Programm, die vom 25. bis 27. Januar 2019 in der Veltins EisArena in Winterberg stattfinden.

Am 24. November 2018 startet die internationale Rennrodel-Elite im Olympia Eiskanal im österreichischen Innsbruck/Igls in die neue Saison. Eine Woche später werden bereits die Überseerennen bestritten: Die Rennen in den kanadischen Wintersportorten Whistler (30.11./01.12.) und Calgary (07./08.12.) sowie jenes im US-amerikanischen Lake Placid (14./15.12.) gehören mit zu den anspruchsvollsten Weltcupstationen der Rennrodler.

Nach einer zweiwöchigen Weihnachtspause startet das neue Jahr mit dem Weltcup am Königssee am 05./06. Januar 2019. Anschließend geht es weiter ins lettische Sigulda (12./13.01.), zum DKB Eiskanal nach Altenberg (02./03.02.) und weiter ins thüringische Oberhof (09./10.02.). Der letzte Saisonweltcup findet im russischen Sochi vom 23. bis 24. Februar statt.

Das deutsche Team um Doppel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger wird alles daran setzen, ihre Titel im Viessmann Rennrodel Gesamtweltcup zu verteidigen. In der zurückliegenden Saison hatten Natalie Geisenberger und Felix Loch zum jeweils sechsten Mal den Gesamtweltcup im Einzel für sich entschieden. Im Doppelsitzer sicherten sich Toni Eggert und Sascha Benecken ihren zweiten Gesamtweltcup in Folge. Alle zusammen konnten sich über den Team-Gesamtweltcup für Deutschland freuen.

VIESSMANN Rennrodel-Weltcup 2018/19


1. VIESSMANN Weltcup Innsbruck/Igls (AUT) am 24./25. November 2018

2. VIESSMANN Weltcup Whistler (CAN) am 30. November/01. Dezember 2018

3. VIESSMANN Weltcup Calgary (CAN) am 07./08. Dezember 2018

4. VIESSMANN Weltcup Lake Placid (USA) am 14./15. Dezember 2018

5. VIESSMANN Weltcup Berchtesgaden-Königssee am 05./06. Januar 2019

6. VIESSMANN Weltcup Sigulda (LAT) am 12./13. Januar 2019

7. VIESSMANN Weltcup Altenberg am 02./03. Februar 2019

8. VIESSMANN Weltcup Oberhof am 09./10. Februar 2019

9. VIESSMANN Weltcup Sochi (RUS) am 23/24. Februar 2019

48. FIL Rennrodel-WM Winterberg vom 25. bis 27. Januar 2019

BSD: Sportausschuss stellt Weichen für den nächsten Olympia-Zyklus

• Trainerberichte, neue Kaderlisten, Abschied von Cheftrainer Jens Müller & Terminplanung

Berchtesgaden (bsd/17.04.2018) Mit elf gewonnenen Olympiamedaillen, davon sechs Mal Gold, kann der BSD auf eine äußerst erfolgreiche Olympiasaison 2017/18 zurückblicken. Die Athletinnen und Athleten des BSD trugen damit wesentlich zum erfolgreichen Abschneiden der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen von PyeongChang 2018 bei und bescherten dem Verband einen neuen olympischen Verbandsrekord.

In der vergangenen Woche trafen sich die verschiedenen Trainergremien des BSD in Berchtesgaden, um die zurückliegende Saison in allen Kufensportarten und Disziplinen zu analysieren und den Blick nach vorn auf den neuen Olympia-Zyklus zu richten.

Am Samstag, 14. April 2018, fand abschließend die jährliche Sportausschuss-Sitzung des BSD im AlpenCongress Berchtesgaden statt. Nach der Begrüßung durch BSD-Präsident Andreas Trautvetter und dem Saisonabschluss-Bericht und Ausblick durch den BSD-Vorstandsvorsitzenden und Sportdirektor Thomas Schwab trugen die Cheftrainer Norbert Loch (Rennrodeln), René Spies (Bob) und letztmalig Jens Müller gemeinsam mit Dirk Matschenz (Skeleton) dem Sportausschuss ihre Saisonanalysen vor. Im Mittelpunkt standen dabei die Ergebnisse der Trainerratssitzungen, die von Montag bis Donnerstag stattgefunden hatten.

In einem waren sich disziplinübergreifend alle Cheftrainer einig: In den kommenden vier Jahren gilt es nicht nur, ein starkes Olympiateam für Peking 2022 aufzubauen, sondern auch den Nachwuchs so zu sichten und auszubilden, dass er mit Anschluss an die Weltspitze in den darauffolgenden Olympia-Zyklus startet. Kooperationen mit dem Deutschen Leichtathletikverband (DLV), noch engere Zusammenarbeit mit Sportwissenschaftlern für trainingswissenschaftliche Auswertungen und neue Trainingsimpulse sind ebenso geplant wie Weiterbildung der regionalen Trainerteams und regelmäßiger Austausch zur Materialentwicklung.

Die Neuorientierung des olympischen Sports seitens des DOSB sowie die damit verbundenen neuen Kaderkriterien waren eines der wichtigsten Themen, die im Sportausschuss diskutiert wurden. Neu ist der so genannte Perspektivkader, in dem die besten Sportler des früheren C- und B-Kaders zu einem Spitzenkader vereint werden. Zudem gibt es noch den Ergänzungskader, der vor allem für Quereinsteiger oder die Athleten interessant ist, die wie z. B. Anschieber zu einem Bob-Team gehören, aber nicht jedes Mal zum Einsatz kommen. Die Kriterien wurden vom BSD-Vorstand mit den Trainern abgestimmt. Veränderungen können in Abstimmung mit dem DOSB noch vorgenommen werden. Nachdem zunächst die neuen Kaderrichtlinien für alle BSD-Sportarten einstimmig angenommen wurden, genehmigte der Sportausschuss auch die neuen Kaderlisten.

Anschließend verabschiedete Sportdirektor Thomas Schwab Skeleton-Cheftrainer Jens Müller, der seine Karriere beim BSD zum 30. Juni 2018 beendet. Der 52-jährige Thüringer war zunächst aktiver Rennrodler von 1979 bis 2001 und gewann Olympiagold in Calgary 1988 sowie vier Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen bei Großereignissen (Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften). Ab 2002 war der Erfolgstrainer in verschiedenen Funktionen mit verantwortlich für die Entwicklung des Skeletonsports in Deutschland und zuletzt seit 2010 als Skeleton-Cheftrainer für den BSD tätig. Jens Müller wurde unter großem Applaus im Rahmen der Sitzung von Präsident Andreas Trautvetter und dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Schwab mit der Goldenen Ehrennadel des BSD für seine langjährigen Verdienste um den Bob- und Schlittensport ausgezeichnet.



BSD-Vorstand Alexander Resch präsentierte in Abwesenheit den Bericht von Alexander Rödinger (Silbermedaillengewinner im Viererbob bei den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang), dem Athletensprecher der Bobsportler. Rödinger klärte das Gremium u. a. über Technikprobleme beim NADA-Athletensystem ADAMS auf und bat darum, die Nachwuchsathleten hier noch besser zu schulen. Der Thüringer bedankte sich für die optimale Betreuung des Physio-Teams während der Wettkampfphasen, bat gleichzeitig aber um mehr Unterstützung in diesem Bereich während der Trainingsphasen und Lehrgänge. Er verwies zudem darauf, dass bei längeren Reisen und Übernachtungen noch stärker die Bedürfnisse der Athleten berücksichtigt werden sollten.
 
Im Sportausschuss diskutiert wurden zudem erste Saisonplanungen der internationalen Verbände sowie die davon abhängigen Planungen der deutschen Bahnbetreiber. Demnach wird die Bahn in Oberhof ab dem 8. Oktober 2018 mit dem Training auf dem Eis beginnen. Eine Woche später kann auch auf den Bahnen am Königssee, in Winterberg und Altenberg wieder auf Eis gefahren werden. Die Nationalmannschaften im Rodeln und Bob werden in Oberhof, die Skeleton-Nationalmannschaft in Winterberg mit den ersten Eislehrgängen beginnen. Saisonhöhepunkte sind die Weltmeisterschaften, die im Rodeln vom 21. bis 27. Januar 2019 in Winterberg (GER), und im Bob und Skeleton vom 25. Februar bis 10. März 2019 im kanadischen Whistler ausgetragen werden.

Der Naturbahn-Beauftragte Thomas Niemetz verwies in seinem Tätigkeitsbereich der Abteilung Naturbahn auf die erfolgreichste Saison aller Zeiten für seine Athletinnen und Athleten. Sieben Podestplätze und vier vierte Plätze zeigen, dass sich die harte Arbeit der letzten Jahre gelohnt hat und man auf dem Sprung sei, an die Weltspitze anzuschließen. Im gesamten Sportjahr waren die Naturbahnrodler 70 Tage bei diversen Rennen und Trainingseinheiten unterwegs, und dieses hohe Engagement der Amateursportler sorgte bei den Anwesenden für viel Begeisterung.

Mit großem Interesse wurde auch der erste Bericht von Josef Nehren in seiner Funktion als BSD Koordinator Para Bob begleitet. Der BSD fördert gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportbund (DBS) den paralympischen Bobsport und hat sich zum Ziel gesetzt, mit deutschen Para Bobteams an den Winter-Paralympics 2022 in Peking teilzunehmen. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme von Para Bob ins paralympische Programm soll seitens des IPC im Juni 2018 fallen. Da die sportliche Entwicklung der deutschen Para Bobpiloten vielversprechend ist, wird für die kommende Saison der Ankauf zweier alter IBSF-Bobs diskutiert. Die behindertengerechte Ausstattung im Gesamtumbaukonzept in Oberhof ist bereits fest eingeplant.

Die Themen Antidoping-Prävention und Zusammenarbeit mit der NADA und die Vorstellung eines BSD-Konzepts zur Prävention sexualisierter Gewalt als Ergänzung des bereits 2014 implementierten Ethik-Codes standen ebenso auf der Tagesordnung der Sportausschuss-Sitzung wie der Bericht der Medizinischen Kommission und die Anpassung der Athletenvereinbarungen. Zudem stehen in beiden internationalen Verbänden in diesem Jahr Neuwahlen an. Beim IBSF-Kongress, der in Rom (ITA) stattfindet, wird Andreas Trautvetter für den BSD für eine zweite Amtszeit als Vizepräsident Finanzen kandidieren. Zudem unterstützt der BSD die weitere Kandidatur des amtierenden Präsidenten Ivo Ferriani, der aktuell zwei Gegenkandidaten hat. Bei den Neuwahlen der FIL schlägt der BSD Präsident Josef Fendt zur Wiederwahl vor, dessen erneute Amtszeit mangels Gegenkandidaten aussichtsreich erscheint.

Skeleton: Jens Müller verabschiedet sich vom BSD

• 16 Jahre Skeletonsport • 53 Medaillen bei Großereignissen • Vor 30 Jahren Olympiasieger im Rennrodeln

Oberhof (bsd/10.04.2018) Am 30. Juni 2018 beendet Skeleton-Cheftrainer Jens Müller seine Kariere beim BSD. Nach fast 40 Jahren im Leistungssport und davon gut 20 Jahren auf Reisen ist nun Schluss.

Zunächst war Jens Müller von 1979 bis 2001 aktiver Rennrodler. Ab 2002 war der Erfolgstrainer in verschiedenen Funktionen für die Entwicklung des Skeletonsports in Deutschland mitverantwortlich – zunächst als Disziplintrainer, dann als Bundes- und seit 2010 als Cheftrainer.

In seiner Zeit als Rennrodler hat Olympiasieger Jens Müller (1988 Calgary im Rennrodel Einsitzer) vier Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen als aktiver Leistungssportler bei Großereignissen (Olympische Winterspiele, Welt- und Europameisterschaften) gewonnen. Als verantwortlicher Skeleton-Trainer war der 52-jährige Thüringer mit 15 Gold-, 19 Silber- und 19 Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften noch erfolgreicher.

Cheftrainer Jens Müller berichtet: „Nach den Olympischen Winterspielen von PyeongChang hatte ich etwas Zeit, über die letzten Jahre nachzudenken. Am Ende stand für mich die Entscheidung, meine Laufbahn zu beenden, aus mehreren Gründen fest: Meine persönlichen Zielstellungen bezüglich der Entwicklung des Skeletonsports waren andere, als es die heutigen Ergebnisse darstellen. Mein Ziel war es, drei Medaillen bei den Spielen in Korea, davon möglichst einmal Gold, zu holen.“

Doch Olympische Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Man kann nicht immer davon ausgehen, dass alles so klappt, wie man es geplant hat. Die Entwicklung des deutschen Skeleton-Teams war ohne Zweifel in den vergangenen Jahren positiv.

Aber Jens Müller ist nicht zufrieden: „Es ist Tatsache, dass wir hinter den Erfolgen der Rennrodler und Bobsportler nachstehen und ich immer versucht habe, an die Erfolge der Cheftrainer-Kollegen anzuknüpfen. Das ist aus verschiedenen Gründen bei vier Olympischen Spielen von 2006 bis 2018 nicht ganz gelungen.“

Der persönliche Aufwand und sein Einsatz haben auf jeden Fall Spuren hinterlassen. Vor knapp vier Jahren erlitt Müller einen schweren Herzinfarkt – zwei Herzoperationen und eine längere Rehabilitation folgten. Kommissarisch übernahm Co-Trainer Dirk Matschenz die Skeleton-Nationalmannschaft im Winter 2014/15. Zum Saisonhöhepunkt, der Heim-WM 2015 in Winterberg, war Cheftrainer Müller zurück im Team. Seither arbeitete er mit fast gleichem Elan für den sportlichen Erfolg, wie vor seinem gesundheitlichen Rückschlag.

„Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig, als Thomas Schwab nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sochi – damals ohne Medaille – zu mir gesagt hat, ich solle in meiner Funktion als Cheftrainer weitermachen. Im selben Jahr, nach meinem Knockout, hat Thomas mich nochmal überzeugt, dabeizubleiben. Dafür kann ich mich beim BSD im Nachhinein nur bedanken, und natürlich auch bei allen Ärzten um unseren Mannschaftsarzt Dr. Christian Schneider, die immer ein waches Auge auf mich hatten.“

Wären denn nicht noch viele Ziele offen, die in den nächsten vier Jahren zu realisieren wären? Immerhin ist Jens Müller erst 52 Jahre alt. Dazu sagt Jens Müller: „Ziele gäbe es natürlich noch genug, aber man muss dafür einen erfolgsversprechenden Plan vor Augen und die tägliche hundertprozentige Power haben – besonders in den Wintermonaten, in denen man am Stück von einem Rennen zum nächsten unterwegs ist. Außerdem sind für mich derzeit eine Reihe von Dingen ungeklärt, so zum Beispiel die angekündigte Leistungssportreform“, so Müller, dessen Vertrag erst Ende Dezember 2018 auslaufen würde. Mitten während der neuen Saison ist für den ehrgeizigen Cheftrainer aber der falsche Zeitpunkt, um Tschüss zu sagen: „Das wäre nicht fair gegenüber dem BSD und auch nicht gegenüber dem Skeleton-Team.“

Jens Müller ist sich sicher: „Alles hat seine Zeit. Ich habe für mich jetzt eine Entscheidung getroffen: Ich höre auf und bin schon darauf gespannt, was nach meinen fast 40 Jahren Nonstop-Kufensport passiert, wenn im Oktober wieder Eis auf den Bahnen ist. Ich möchte mich bei meiner Familie, vor allem bei meiner Frau Katja und meinem Sohn Max, sowie beim BSD und  seinen Mitarbeitern als auch beim Skeleton-Team bedanken, dass sie mich auch in schweren Zeiten immer unterstützt haben.“

BSD-Vorstandsvorsitzender Thomas Schwab ist rundum zufrieden mit der Arbeit seines langjährigen Cheftrainers: „Im Skeletonsport gab es in Deutschland keine gewachsene Leistungssportstruktur wie in den beiden anderen, langjährigen olympischen Sportarten Rennrodeln und Bobsport. Mit der Olympia-Premiere im Jahr 2002 ging es ganz klein und unprofessionell los. Raimund Bethge und Jens Müller haben den deutschen Skeletonsport professionalisiert und zu beachtlichen internationalen Erfolgen geführt. Jens Müller ist ein unglaublich kompetenter, erfolgreicher Trainer und zudem ein sehr zielstrebiger und vorbildlicher Mensch. Der BSD bedauert sehr, dass Jens seinen Vertrag als Cheftrainer vorzeitig auflösen und uns verlassen wird. Wir wünschen ihm persönlich und gesundheitlich nur das Allerbeste für die Zukunft.“ mdp