Olympia: Silber im Vierer - André Lange krönt einzigartige Laufbahn
XXI. Olympische Winterspiele Vancouver / Bob Herren-Vierer

Whistler (bsd/28.02.2010) André Lange (BSR Rennsteig Oberhof) hat zum Abschluss seiner glanzvollen Karriere im Whistler Sliding Centre die Silber-Medaille im olympischen Viererbob-Wettbewerb gewonnen. Der 36-Jährige musste sich im letzten Rennen seiner Laufbahn vor 12.000 begeisterten Zuschauern nur dem siegreichen US-Amerikaner Steven Holcomb geschlagen geben. Bronze ging an Lyndon Rush aus Kanada.  

 

Nach seinen Triumphen von 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin verpasste Lange, der von Kevin Kuske, Martin Putze und Alexander Rödiger angeschoben wurde, den olympischen Gold-Hattrick mit dem großen Schlitten zwar am Ende deutlich. Mit fulminanter Bestzeit im vierten Lauf zog der Oberhofer aber doch noch an Lyndon Rush vorbei und sicherte sich mit nur einer Hundertstel Sekunde Vorsprung auf den kanadischen Lokalmatadoren olympisches Silber. Langes Rückstand nach vier Läufen auf den neuen Olympiasieger betrug am Ende 0,38 Sekunden.

 

Langes Traum vom fünften Olympia-Gold war bereits zur Halbzeit fast ausgeträumt. Der achtmalige Weltmeister lag nach zwei von vier Läufen im entschärften Hochgeschwindigkeitseiskanal von Whistler schon 0,44 Sekunden hinter Holcomb zurück. Nachdem Lange am Vortag im zweiten Lauf in der berüchtigten „Fifty- Fifty“-Kurve fast zu Sturz gekommen war, demonstrierte er in den finalen Läufen gewohnte Stärke. Den Abstand auf Holcomb konnte der Oberhofer aber nur noch unwesentlich verkürzen.

 

Der Amerikaner, der bereits in den ersten beiden Durchgängen mit Bestzeiten und Bahnrekord brillierte, konnte seinen Vorsprung mit erneuter Bestzeit im dritten Durchgang zunächst sogar noch ausbauen und bescherte seinem Land mit einem Sicherheitslauf in Durchgang vier erstmals seit 62 Jahren wieder einen Olympiasieg im Männerbob. Das letzte Olympia-Gold für die USA gelang Francis Tyler 1948 in St. Moritz – ebenfalls im großen Schlitten.

 

Thomas Florschütz (BRC Riesa), der mit dem Gewinn der Silber-Medaille im Zweierbob den ersten olympischen deutschen Doppelerfolg im kleinen Schlitten seit 26 Jahren perfekt gemacht hatte, musste sich in der Vierer-Entscheidung mit dem undankbaren Rang vier zufrieden geben. Florschütz wurde von Richard Adjei, Ronny Listner und Andreas Barucha in die Spur gebracht. Karl Angerer (WSV Königssee), der mit Andreas Bredau, Alexander Mann und Gregor Bermbach am Start war, beendete die Vierer-Konkurrenz auf Rang sieben.

 

Nach zahlreichen Stürzen am Freitag gingen die Schlitten am Samstag – nachdem nochmals Eisarbeiten zur Entschärfung der Bahn durchgeführt wurden – deutlich sicherer durch die Eisrinne.

 

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André Lange, der mit seinem vierten Olympiasieg in Vancouver zum erfolgreichsten Bobfahrer aller Zeiten aufgestiegen ist, blickt auf eine einzigartige Karriere zurück. 1993 wechselte Lange vom Rennrodeln zum Bobsport, wo er schon 1995 den ersten Titel im Juniorenbereich einfuhr. Den ersten großen Erfolg landete der am 28. Juni 1973 im thüringischen Ilmenau geborene Lange bereits im Jahr 2000 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels im Viererbob.

 

2002 dann der erste Olympiasieg im Vierer, 2006 in Turin folgte gar das olympische Double - die Goldmedaillen im kleinen und großen Schlitten. Insgesamt wurde Lange je achtmal Welt- und Europameister. Seit seiner Debüt-Saison als Pilot 1992/93 verbuchte der Berufssoldat in 152 Weltcup-Rennen insgesamt 46 Siege. 19 Erfolge davon fuhr er im kleinen und 27 im großen Schlitten ein.