Olympia: Gold für Tatjana Hüfner / Geisenberger holt Bronze
XXI. Olympische Winterspiele Vancouver / Rodel Damen

Whistler (bsd/17.02.2010) Nach dem Triumph von Felix Loch hat Tatjana Hüfner (WSC Erzgebirge-Oberwiesenthal) in der olympischen Damen-Entscheidung das zweite deutsche Gold im Whistler Sliding Centre eingefahren. Wie schon bei den Herren fuhr mit Zimmerkollegin Natalie Geisenberger (RRT Miesbach) eine zweite BSD-Rodlerin auf das Podium. Die Vize-Weltmeisterin gewann, hinter der Überraschungs-Zweiten Nina Reithmayer aus Österreich, die Bronze-Medaille.

 

Nach dem tödlichen Unfall des Georgiers Nodar Kumaritaschwili hatten die Verantwortlichen auch die Damen-Strecke entschärft und schickten die Athletinnen vom Junioren-Start ins Rennen. Vor knapp 12.000 Zuschauern demonstrierte Weltcup-Gesamtsiegerin Tatjana Hüfner in dem um 245 Meter verkürzten Eiskanal im Whistler Sliding Centre eindrucksvoll ihre derzeitige Ausnahmestellung. Bei einer Gesamtzeit von 2:46.524 Minuten nach vier Läufen distanzierte die 26-Jährige die Österreicherin Reithmayer am Ende deutlich mit 0.490 Sekunden Vorsprung. Die dritte deutsche Starterin Anke Wischnewski (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) belegte Rand fünf.

 

Die Siegesserie der deutschen Rodlerinnen bei Großereignissen fand also auch in Vancouver keinen Abbruch: Die letzte Niederlage bei Olympischen Winterspielen gab es 1994: Damals ließ sich Susi Erdmann in Lillehammer die Gold-Medaille von der Italienerin Gerda Weissensteiner wegschnappen. Bei den Winterspielen 1998, 2002, 2006 und 2010 holten die deutschen Damen zehn von zwölf möglichen Medaillen. Neben der heute zweitplatzierten Nina Reithmayer, staubte noch Landsfrau Angelika Neuner in Nagano 1998 Bronze ab.

 

Bei den bisher 13 olympischen Rodel-Wettbewerben seit 1964 in Innsbruck gab es nur viermal kein Gold (1968, 1980, 1992, 1994): In den vergangenen 46 Jahren gewannen die deutschen Mädels 29 von 39 möglichen Olympiamedaillen. Es war die 27. Goldmedaille für deutsche Rodler insgesamt.

 

Tatjana Hüfner krönte mit dem Olympiasieg eine einmal mehr herausragende Saison. Die Weltmeisterin von 2007 und 2008 hatte sich in der abgelaufenen Serie zum dritten Mal in Folge die begehrte Kristallkugel der Weltcup-Gesamtsiegerin gesichert. Nach beinahe 30 Jahren wiederholte die Oberwiesenthalerin damit das bislang einmalige Kunststück der Österreicherin Angelika Schafferer (triumphierte 1978/1979, 1979/1980 und 1980/1981). Insgesamt stand die Sportsoldatin dabei in acht Rennen der Viessmann-Serie fünf Mal ganz oben auf dem Podest.

 

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