Olympia: Deutsche Bob-Damen ohne Medaille/Doppelerfolg für Kanada
XXI. Olympische Winterspiele Vancouver / Bob Damen

Whistler (bsd/25.02.2010) Die deutschen Bob-Damen sind bei der olympischen Entscheidung im Whistler Sliding Center an den Medaillen vorbei gefahren: Cathleen Martini (SC Oberbärenburg) stürzte im letzten Lauf und wurde disqualifiziert, Sandra Kiriasis (RSG Hochsauerland) kam am Ende nicht über Rang vier hinaus. Gold sicherte sich Lokalmatadorin Kaillie Humphries.

 

Den kanadischen Doppelerfolg hinter den siegreichen Kaillie Humphries/Heather Moyse machten Helen Upperton/Shelley Ann Brown perfekt. Bronze ging an das US-Amerikanische Duo Erin Pac/Elena Meyers.

 

Damit blieben die BSD-Damen erstmals seit der olympischen Premieren-Veranstaltung im Frauenbob 2002 ohne Medaille. Der Traum vom Gold war für Cathleen Martini, die in der Olympia-Saison mit fünf Erfolgen zur Weltcup-Seriensiegerin avancierte und sich vor wenigen Wochen in Innsbruck-Igls souverän den EM-Titel sicherte, bei einem Rückstand von 0,40 Sekunden bereits nach zwei von vier Läufen ausgeträumt.

 

Für die sympathische Oberbärenburgerin, die von Romy Logsch in die Spur geschoben wurde und den Triumph im Gesamtweltcup nur deshalb verpasste, weil sie auf das Rennen in Altenberg wegen einer Wadenverletzung verzichten musste, ging es bei der Entscheidung in der Nacht zum Donnerstag lediglich darum, Bronze zu sichern.

 

Als viertplatzierte riskierte Martini im letzten Durchgang dann alles, kam aber viel zu hoch aus der Kurve zwölf und kippte um. Die WM-Dritte rutschte mit dem Bob kopfüber ins Ziel und wurde disqualifiziert. Anschieberin Romy Logsch wurde dabei aus dem Gerät geschleudert. Wie eine erste Untersuchung in der Poliklinik im olympischen Dorf durch Teamarzt Dr. Martin Nieswand ergab, zog sich die 28-Jährige dabei leichte Verbrennungen und eine Fraktur im linken Sprunggelenk zu.  

 

Nicht viel besser erging es der Olympiasiegerin von 2006, Sandra Kiriasis, die von Christin Senkel angeschoben wurde. Die Winterbergerin, die in der abgelaufenen Saison zum achten Mal in Folge den Weltcup-Gesamtsieg feierte - dies allerdings, ohne auch nur in einem Rennen ganz oben auf dem Podest gestanden zu haben, verpasste die Chance, ihre olympische Medaillensammlung nach Silber 2002 in Salt Lake City sowie dem Triumph von Turin 2006 perfekt zu machen, deutlich. Am Ende betrug ihr Rückstand auf den Bronze-Rang 0,41 Sekunden.

 

Die dritte deutsche Starterin Claudia Schramm (BSR Rennsteig Oberhof) hatte mit der Medaillenvergabe ebenfalls nichts zu tun. Die WM-Dritte von 2008 belegt mit Anschieberin Janine Tischer Rang sieben. Ihr Rückstand auf Siegerin Humphries betrug dabei beinahe zweieinhalb Sekunden.

 

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(Foto: Charlie Booker)