Olympia: André Lange holt 4. Gold / Silber für Thomas Florschütz
XXI. Olympische Winterspiele Vancouver / Bob Herren-Zweier

Whistler (bsd/22.02.2010) Historischer Triumph für André Lange (BSR Rennsteig Oberhof)! Der 36-Jährige war im Whistler Sliding Centre im kleinen Schlitten nicht zu schlagen und sicherte sich als erster Bob-Pilot zum vierten Mal olympisches Gold. Thomas Florschütz (BRC Riesa) machte den ersten olympischen deutschen Doppelerfolg seit 26 Jahren perfekt.

 

Zuletzt hatte Wolfgang Hoppe bei den Winterspielen 1984 in Sarajevo im Zweier- und Vierer-Bob Gold vor Bernhard Lehmann gewonnen.

 

Lange, der wie bei den drei Olympiasiegen 2002 (Vierer) und 2006 (Zweier & Vierer) von Kevin Kuske angeschoben wurde, hatte schon zur „Halbzeit“ auf Goldkurs gelegen. Und auch am zweiten Tag der olympischen Zweierbob-Entscheidung war der Oberhofer das Maß der  Dinge und brillierte mit zwei weiteren Bestzeiten im Hochgeschwindigkeitseiskanal von Whistler.

 

„Wir haben nur auf uns geschaut, auf unseren Schlitten und unser Können. Es waren gute Läufe dabei, auch ein paar Fehler. Aber das ist jetzt alles egal. Wir haben gewonnen und werden das genießen“, so der Sieger.

 

Vor 12.000 begeisterten Zuschauern distanzierte der achtmalige Weltmeister die Konkurrenz am Ende deutlich und siegte mit einem Vorsprung von 0,22 Sekunden auf Thomas Florschütz, der sich mit Anschieber Richard Adjei über die Silber-Medaille freute. Bronze sicherte sich das russische Duo Alexsandr Zubkov/Alexey Voevoda. Der dritte deutsche Pilot Karl Angerer (WSV Königssee) belegte mit Anschieber Gregor Bermbach den neunten Rang.

 

„Wir haben voll angegriffen und es bis zum Schluss spannend gemacht. Aber mehr als gut fahren konnten wir nicht. André hat keine Fehler gemacht. Am Ende haben wir nicht Gold verloren, sonder Silber gewonnen“, sagte Thomas Florschütz.

 

Nachdem im Training und in den ersten beiden Läufen fast 20 Schlitten zu Sturz kamen, war - auch auf Drängen von BSD-Generalsekretär Thomas Schwab - das Eis in der berüchtigten "Fifty-Fifty"-Kurve noch einmal nachgebessert worden. Der zweite Wettkampftag blieb ohne Stürze. Prominentestes Opfer an Tag eins war der kanadische Lokalmatador Lyndon Rush, der nach dem ersten Lauf noch aussichtsreich auf dem dritten Platz gelegen hatte.

 

Zuvor hatte bereits der Schweizer Beat Hefti, der als vierfacher Weltcup-Saisonsieger zum engsten Favoritenkreis auf Gold im kleinen Schlitten zählte, seinen Start absagen müssen. Der Europameister hatte sich bei einem Trainingssturz am Mittwoch schwere Prellungen am ganzen Körper und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Ob Hefti im Viererbob-Rennen (26./27. Februar) als Anschieber antreten wird, steht noch nicht fest.

 

André Lange, der nach 17 Jahren seine Karriere nach den Olympischen Winterspielen in Vancouver beenden wird, greift somit bei der Vierer-Entscheidung erneut nach dem olympischen Double und könnte ein weiteres Kapitel Bobsport-Geschichte schreiben: Es wäre sein dritter Olympiasieg in der Königsdisziplin in Folge - das hat ebenfalls noch kein Pilot zuvor geschafft.

 

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(Fotos: Charlie Booker)