BSD: Der BSD trauert - Stiller Abschied von Bob-Veteran "Schorsch" Heibl
Berchtesgaden (08.03.2010) Erst jetzt erhält des BSD davon Kenntnis, dass der einstige Weltklasse-Bob-Pilot Georg Heibl (Rosenheim/WSV Königssee) am 24. Februar einer schweren Krankheit erlegen ist. Wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag wurde "Schorsch" - so nannte ihn die Bobwelt - in seinem Heimatort Neubeuern am 1.März beigesetzt. Unser Beileid gehört seiner Familie den Angehörigen und seinen Freunden und Fans.
Seine größten Erfolge feierte der Heibl Schorsch Mitte der 70er Jahre. Er war in dieser Zeit ein großer Konkurrent des damaligen Bob-Idols Wolfgang Zimmerer (WSV Ohlstadt). Heibl gewann sowohl 1974 als auch '75 mit dem Königsseer Fritz Ohlwärter die Vize-Weltmeisterschaft.
Legendär wurde Heibls Olympiastart 1976 in Innsbruck. Nachdem er bereits im Zweier Fünfter geworden war, ging der Rosenheimer Landschaftsgärtner im folgenden Viererbewerb als einer der Favoriten an den Start; nicht zuletzt, weil er zwei Wochen vor Olympia an gleicher Stelle im Nationen-Cup siegreich gewesen war und dabei die damals in den olympischen Bobsport zurückkehrende DDR (Meinhard Nehmer) besiegt hatte.
Doch Fortuna war gegen "Deutschland II": Schon beim Start zum 1. Lauf erlitt der als Schnellstarter bekannte Heibl einen Muskelfaserriss im Oberschenkel. Die folgenden drei Läufe musste "Schorsch" dann in Sitzposition "starten", angeschoben von seinen drei Hinterleuten Hans Morant, Dr. Siegfried Radandt (dem heutigen BSD-Lehrwart) und Fritz Ohlwärter. Dass trotz dieses Handicaps ein fünfter Rang erkämpft wurde, war gewaltig.
Sieger damals übrigens DDR I, die Crew von Meinhard Nehmer, 2. SUI II (Erich Schärer), 3. D I (Wolfgang Zimmerer), 4. DDR II ( Horst Schönau...mit Raimund Bethge an der Bremse).
Gegen Ende seiner Laufbahn lehrte Georg Heibl noch Klaus Wolfermann, dem Speerwurf-Olympiasieger von 1972, das Bob-„ABC“. Dann musste der "Schorsch" seiner immer stärker werden Krankheit Tribut zollen. Die Parkinson'sche Krankheit war nicht zu bezwingen.
Ein letztes Mal sahen ihn die Weggefährten und Freunde bei der Bob-WM 2004 am Königssee. Im Rollstuhl. Dann wurde es immer stiller um den Bobpiloten aus Leidenschaft, der die 100 Meter einst in 11,2 Sekunden zurücklegte; der, wie sein ehemaliger Anschieber Dr. Radandt sich erinnert, "ein echtes, gestandenes bayrisches Mannsbild war, humorvoll und auch durstig. Ein Kasten schwarzes Berchtesgadener Starkbier gehörte immer zur Ausrüstung..."
Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) denkt in Stille an den Heibl Schorsch und wird ihn immer in guter Erinnerung bewahren.







