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Rennrodeln: Oberhof richtet 50. Rodel-EM und Weltcup 2019 aus

• Europäische Jubiläumswettkämpfe 2019 in Thüringen
• TSBV-Sportdirektor Uwe Theisinger freut sich auf Volksfeststimmung

Berchtesgaden (bsd/03.05.2018) Die 50. FIL Rennrodel-Europameisterschaften werden in dieser Saison in Oberhof ausgetragen. Damit geht es für das deutsche Team vom 4. bis 10. Februar 2019 auf der Rennschlitten- und Bobbahn unweit des legendären Grenzadlers nicht nur um Weltcup-Punkte, sondern auch um EM-Medaillen. Die europäischen Jubiläumswettkämpfe werden als sogenannte „Race in Race“ Veranstaltungen durchgeführt.

TSBV- Sportdirektor und Cheforganisator Uwe Theisinger zeigt sich über die Entscheidung sehr erfreut: „Es ist eine große Wertschätzung für uns als Verband aber vor allem für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, dass wir im kommenden Jahr nicht nur einen Weltcup, sondern zugleich die 50. europäischen Titelkämpfe durchführen werden. Die Rodelwettkämpfe sind bei uns nicht nur reine Sportveranstaltungen, sondern haben mit mehr als 11.000 Zuschauern immer Volksfestcharakter.  Die FIL honoriert damit die Einzigartigkeit Wettbewerbe im nationalen und internationalen Vergleich. Darauf sind wir sehr stolz.“

Bei den letzten Europameisterschaften, die in Sigulda ausgetragen wurden, konnte sich der BSD über einen EM-Titel durch Toni Eggert und Sascha Benecken im Doppelsitzer sowie drei Silbermedaillen durch Nathalie Geisenberger und Felix Loch im Einsitzer und in der Teamstaffel sowie eine Bronzemedaille durch Tobias Wendl und Tobias Arlt im Doppelsitzer freuen. 

SKELETON: BSD BERUFT DIRK MATSCHENZ ZUM NEUEN CHEFTRAINER SKELETON

• Dirk Matschenz wird offizieller Nachfolger von Jens Müller
• Nachwuchsarbeit, Personalaufstockung und Materialentwicklung sind Schwerpunkte seiner anstehenden Aufgaben

Berchtesgaden (bsd/25.04.2018) Bundestrainer Dirk Matschenz wird das deutsche Skeleton-Nationalteam ab sofort als Cheftrainer Skeleton in die neue Wintersportsaison führen. Er tritt damit die Nachfolge von Jens Müller an, der sich nach 16 Jahren als Trainer im Skeletonsport aus dem deutschen Leistungssport verabschiedet hat. Der Vorstand des BSD hat Dirk Matschenz in der jährlichen Sportausschuss-Sitzung des BSD sein Vertrauen ausgesprochen und ihn zum neuen Cheftrainer Skeleton berufen.

„Bereits in der Wintersportsaison 2014/15 hatte Dirk Matschenz kommissarisch die Skeleton-Nationalmannschaft betreut, als Cheftrainer Jens Müller wegen eines Herzinfarkts ausgefallen war. Spätestens seitdem wissen wir, dass wir uns auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen können. Wir freuen uns, dass er die Aufgabe übernimmt und das Team um Olympia-Silbermedaillengewinnerin Jacqueline Lölling in den nächsten Olympia-Zyklus führen wird“, erklärt BSD-Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor Thomas Schwab.

„Der Skeletonsport bestimmt seit vielen Jahren mein Leben, und ich werde als Cheftrainer alles daran setzen, unsere Athleten weiter in der Weltspitze zu etablieren und erfolgreich auf dem Weg zu den nächsten Olympischen Winterspielen 2022 in Peking zu begleiten“, so der 38-jährige Matschenz. Neben der Betreuung des Nationalkaders und der erfolgreichen Sichtung und Ausbildung des Nachwuchses sieht Matschenz einen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Aufstockung des Personals und der spezifischen Weiterbildung. Wichtig sei hier vor allem die leichtathletische Grundausbildung, die für die Verbesserung der Startzeiten entscheidend ist. Zudem möchte er noch enger mit Sportwissenschaftlern für trainingswissenschaftliche Auswertungen und neue Trainingsimpulse zusammenarbeiten und wieder einen regelmäßigen Austausch zur Materialentwicklung fördern.

Der gebürtige Ilmenauer war seit 1997 im Skeleton für den BSD als Athlet im Einsatz, wurde 1999 bei den Weltmeisterschaften in Altenberg Zehnter und gewann 2001 den Deutschen Meistertitel. Nach einem Streit mit dem deutschen Verband wechselte Matschenz 2002 in die Niederlande und wurde 2004 und 2006 jeweils EM-Vierter. Bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 konnte er trotz sportlicher Qualifikation nicht teilnehmen, da er noch keinen niederländischen Pass besaß. Nach einem folgenschweren Unfall in Oberhof, wo er auf der Startstrecke mit einem Bob zusammenstieß und schwere Beinverletzungen erlitt, beendete Matschenz 2007 seine Karriere. Er absolvierte eine Trainerausbildung und arbeitete zunächst erfolgreich für die Niederlande, Norwegen und Neuseeland. 2010 holte ihn Vorgänger Jens Müller zurück zum BSD, wo er bis jetzt als Bundestrainer in Berchtesgaden tätig war.
 

BSD: Heike Gruner wird neue Pressesprecherin des Bob- und Schlittenverbandes

• Personalwechsel nach 16 Jahren
• Heike Gruner übernimmt Öffentlichkeitsarbeit des BSD

Berchtesgaden (bsd/24.04.2018). Seit April 2018 ist Heike Gruner als Pressesprecherin für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland e. V. tätig. Sie übernimmt damit den Aufgabenbereich von Margit Dengler-Paar, die über 15 Jahre lang für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BSD verantwortlich war und den Verband nach den erfolgreichen Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang auf eigenen Wunsch verlassen hat, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.

Frau Gruner war von 2001 bis 2015 als Press & PR Managerin bei der Eurosport Media GmbH in München tätig und in dieser Funktion für die gesamte Programmkommunikation der TV Sender Eurosport und Eurosport 2 im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Sie hat zahlreiche Sportevents kommunikativ begleitet, hat und u. a. Pressereisen zu FIL- oder IBSF-Weltcups organisiert und ist vor allem im Wintersport sehr gut vernetzt. Seit 2015 ist sie als freie Journalistin und PR-Beraterin tätig und hat zuletzt als Biathlon Mixed Zone Supervisor für das PyeongChang Organizing Committee bei den Olympischen Winterspielen 2018 gearbeitet.

Die 46-jährige ist in Frankfurt (Oder) geboren und hat nach ihrem Volontariat bei der „Märkischen Oderzeitung“ in Frankfurt (Oder) zunächst ein Jahr in London verbracht, um dort zu arbeiten und die englische Sprache zu lernen. Anschließend studierte sie an der Universität Potsdam und in Madrid im Magisterstudiengang Anglistik und Amerikanistik sowie Spanische Philologie und Germanistik. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als PR- und Marketingassistentin bei Council on International Educational Exchange e. V., einer privaten, gemeinnützigen Organisation im internationalen Bildungsaustausch, ehe sie 2001 nach München zog, um bei Eurosport zu arbeiten.

Schon als Kind war Heike Gruner sportlich aktiv und steckte viel Energie in ihre sportliche Karriere als Leichtathletin. Nachdem sie sich aus gesundheitlichen Gründen vom Leistungssport verabschieden musste, blieb sie der Leichtathletik als Übungsleiterin und Kampfrichterin im Nachwuchsbereich treu. Heute ist sie vielseitig sportlich aktiv, geht regelmäßig joggen, E-Biken, Wandern, Skifahren, Langlaufen und Klettern. Es gibt kaum eine Sportart, die sie nicht interessiert, und sie gehört zu den Leuten, die die Zeitungslektüre immer mit dem Sportteil beginnen.

Rennrodel: TATJANA HÜFNER FÄHRT BIS ZUR HEIM-WM WEITER

• Hüfner verlängert Karriere um mindestens 1 Jahr
• Vorfreude auf Heim-WM in Winterberg 2019

Berchtesgaden (bsd/19.04.2018). Nachdem es am Samstagabend beim Thüringer Ball des Sports bereits durchgesickert ist, hat Tatjana Hüfner es gestern auf ihrer Facebook-Seite offiziell verkündet: Die Rekord-Weltmeisterin wird noch mindestens ein Jahr auf den Rennrodelbahnen der Welt unterwegs sein.

„Ich habe es mir gut überlegt, und die endgültige Entscheidung ist tatsächlich erst letzte Woche gereift. Aber ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung ist. Wichtig ist für mich, dass ich die richtigen Schlüsse aus den Erfahrungen in PyeongChang gezogen habe. Und deshalb werde ich in jedem Fall noch einmal voll angreifen“, erklärt die 34jährige.

Bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang war Hüfner auf dem undankbaren vierten Platz gelandet. Neben ihrem Olympiasieg in Vancouver 2010 hatte sie bereits Bronze bei den Olympischen Spielen in Turin (2006) und Silber in Sochi (2014) gewonnen. Tatjana Hüfner ist eine der erfolgreichsten deutschen Rennrodlerinnen. Sie gewann acht Weltmeistertitel (5x Einzel und 3x Team), war Europameisterin und hat von 2008 bis 2012 insgesamt fünf Mal in Folge den Viessmann Gesamtweltcup gewonnen.

Ab Mai steigt Tatjana Hüfner wieder voll ins Training ein und freut sich schon auf die Heim-WM, die vom 25. bis 27. Januar 2019 in der Veltins EisArena in Winterberg stattfinden wird.
 

Rennrodeln: Neuer Saisonkalender des internationalen Rennrodelverbands FIL

• Rennrodel-Weltmeisterschaften in Winterberg als Saisonhöhepunkt
• Insgesamt 9 Weltcupstationen in der Saison 2018/19
• Weltcupstart in Innsbruck/Igls (AUT)

Berchtesgaden (bsd/19.04.2018) Vor kurzem gab der internationale Rennrodelverband FIL (Fédération Internationale de Luge de Course) den neuen Kalender für die Weltcupsaison 2018/19 bekannt. Als Wettkampfhöhepunkt stehen die 48. FIL Rennrodel-Weltmeisterschaften auf dem Programm, die vom 25. bis 27. Januar 2019 in der Veltins EisArena in Winterberg stattfinden.

Am 24. November 2018 startet die internationale Rennrodel-Elite im Olympia Eiskanal im österreichischen Innsbruck/Igls in die neue Saison. Eine Woche später werden bereits die Überseerennen bestritten: Die Rennen in den kanadischen Wintersportorten Whistler (30.11./01.12.) und Calgary (07./08.12.) sowie jenes im US-amerikanischen Lake Placid (14./15.12.) gehören mit zu den anspruchsvollsten Weltcupstationen der Rennrodler.

Nach einer zweiwöchigen Weihnachtspause startet das neue Jahr mit dem Weltcup am Königssee am 05./06. Januar 2019. Anschließend geht es weiter ins lettische Sigulda (12./13.01.), zum DKB Eiskanal nach Altenberg (02./03.02.) und weiter ins thüringische Oberhof (09./10.02.). Der letzte Saisonweltcup findet im russischen Sochi vom 23. bis 24. Februar statt.

Das deutsche Team um Doppel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger wird alles daran setzen, ihre Titel im Viessmann Rennrodel Gesamtweltcup zu verteidigen. In der zurückliegenden Saison hatten Natalie Geisenberger und Felix Loch zum jeweils sechsten Mal den Gesamtweltcup im Einzel für sich entschieden. Im Doppelsitzer sicherten sich Toni Eggert und Sascha Benecken ihren zweiten Gesamtweltcup in Folge. Alle zusammen konnten sich über den Team-Gesamtweltcup für Deutschland freuen.

VIESSMANN Rennrodel-Weltcup 2018/19


1. VIESSMANN Weltcup Innsbruck/Igls (AUT) am 24./25. November 2018

2. VIESSMANN Weltcup Whistler (CAN) am 30. November/01. Dezember 2018

3. VIESSMANN Weltcup Calgary (CAN) am 07./08. Dezember 2018

4. VIESSMANN Weltcup Lake Placid (USA) am 14./15. Dezember 2018

5. VIESSMANN Weltcup Berchtesgaden-Königssee am 05./06. Januar 2019

6. VIESSMANN Weltcup Sigulda (LAT) am 12./13. Januar 2019

7. VIESSMANN Weltcup Altenberg am 02./03. Februar 2019

8. VIESSMANN Weltcup Oberhof am 09./10. Februar 2019

9. VIESSMANN Weltcup Sochi (RUS) am 23/24. Februar 2019

48. FIL Rennrodel-WM Winterberg vom 25. bis 27. Januar 2019

Skeleton: Jens Müller verabschiedet sich vom BSD

• 16 Jahre Skeletonsport • 53 Medaillen bei Großereignissen • Vor 30 Jahren Olympiasieger im Rennrodeln

Oberhof (bsd/10.04.2018) Am 30. Juni 2018 beendet Skeleton-Cheftrainer Jens Müller seine Kariere beim BSD. Nach fast 40 Jahren im Leistungssport und davon gut 20 Jahren auf Reisen ist nun Schluss.

Zunächst war Jens Müller von 1979 bis 2001 aktiver Rennrodler. Ab 2002 war der Erfolgstrainer in verschiedenen Funktionen für die Entwicklung des Skeletonsports in Deutschland mitverantwortlich – zunächst als Disziplintrainer, dann als Bundes- und seit 2010 als Cheftrainer.

In seiner Zeit als Rennrodler hat Olympiasieger Jens Müller (1988 Calgary im Rennrodel Einsitzer) vier Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen als aktiver Leistungssportler bei Großereignissen (Olympische Winterspiele, Welt- und Europameisterschaften) gewonnen. Als verantwortlicher Skeleton-Trainer war der 52-jährige Thüringer mit 15 Gold-, 19 Silber- und 19 Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften noch erfolgreicher.

Cheftrainer Jens Müller berichtet: „Nach den Olympischen Winterspielen von PyeongChang hatte ich etwas Zeit, über die letzten Jahre nachzudenken. Am Ende stand für mich die Entscheidung, meine Laufbahn zu beenden, aus mehreren Gründen fest: Meine persönlichen Zielstellungen bezüglich der Entwicklung des Skeletonsports waren andere, als es die heutigen Ergebnisse darstellen. Mein Ziel war es, drei Medaillen bei den Spielen in Korea, davon möglichst einmal Gold, zu holen.“

Doch Olympische Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Man kann nicht immer davon ausgehen, dass alles so klappt, wie man es geplant hat. Die Entwicklung des deutschen Skeleton-Teams war ohne Zweifel in den vergangenen Jahren positiv.

Aber Jens Müller ist nicht zufrieden: „Es ist Tatsache, dass wir hinter den Erfolgen der Rennrodler und Bobsportler nachstehen und ich immer versucht habe, an die Erfolge der Cheftrainer-Kollegen anzuknüpfen. Das ist aus verschiedenen Gründen bei vier Olympischen Spielen von 2006 bis 2018 nicht ganz gelungen.“

Der persönliche Aufwand und sein Einsatz haben auf jeden Fall Spuren hinterlassen. Vor knapp vier Jahren erlitt Müller einen schweren Herzinfarkt – zwei Herzoperationen und eine längere Rehabilitation folgten. Kommissarisch übernahm Co-Trainer Dirk Matschenz die Skeleton-Nationalmannschaft im Winter 2014/15. Zum Saisonhöhepunkt, der Heim-WM 2015 in Winterberg, war Cheftrainer Müller zurück im Team. Seither arbeitete er mit fast gleichem Elan für den sportlichen Erfolg, wie vor seinem gesundheitlichen Rückschlag.

„Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig, als Thomas Schwab nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sochi – damals ohne Medaille – zu mir gesagt hat, ich solle in meiner Funktion als Cheftrainer weitermachen. Im selben Jahr, nach meinem Knockout, hat Thomas mich nochmal überzeugt, dabeizubleiben. Dafür kann ich mich beim BSD im Nachhinein nur bedanken, und natürlich auch bei allen Ärzten um unseren Mannschaftsarzt Dr. Christian Schneider, die immer ein waches Auge auf mich hatten.“

Wären denn nicht noch viele Ziele offen, die in den nächsten vier Jahren zu realisieren wären? Immerhin ist Jens Müller erst 52 Jahre alt. Dazu sagt Jens Müller: „Ziele gäbe es natürlich noch genug, aber man muss dafür einen erfolgsversprechenden Plan vor Augen und die tägliche hundertprozentige Power haben – besonders in den Wintermonaten, in denen man am Stück von einem Rennen zum nächsten unterwegs ist. Außerdem sind für mich derzeit eine Reihe von Dingen ungeklärt, so zum Beispiel die angekündigte Leistungssportreform“, so Müller, dessen Vertrag erst Ende Dezember 2018 auslaufen würde. Mitten während der neuen Saison ist für den ehrgeizigen Cheftrainer aber der falsche Zeitpunkt, um Tschüss zu sagen: „Das wäre nicht fair gegenüber dem BSD und auch nicht gegenüber dem Skeleton-Team.“

Jens Müller ist sich sicher: „Alles hat seine Zeit. Ich habe für mich jetzt eine Entscheidung getroffen: Ich höre auf und bin schon darauf gespannt, was nach meinen fast 40 Jahren Nonstop-Kufensport passiert, wenn im Oktober wieder Eis auf den Bahnen ist. Ich möchte mich bei meiner Familie, vor allem bei meiner Frau Katja und meinem Sohn Max, sowie beim BSD und  seinen Mitarbeitern als auch beim Skeleton-Team bedanken, dass sie mich auch in schweren Zeiten immer unterstützt haben.“

BSD-Vorstandsvorsitzender Thomas Schwab ist rundum zufrieden mit der Arbeit seines langjährigen Cheftrainers: „Im Skeletonsport gab es in Deutschland keine gewachsene Leistungssportstruktur wie in den beiden anderen, langjährigen olympischen Sportarten Rennrodeln und Bobsport. Mit der Olympia-Premiere im Jahr 2002 ging es ganz klein und unprofessionell los. Raimund Bethge und Jens Müller haben den deutschen Skeletonsport professionalisiert und zu beachtlichen internationalen Erfolgen geführt. Jens Müller ist ein unglaublich kompetenter, erfolgreicher Trainer und zudem ein sehr zielstrebiger und vorbildlicher Mensch. Der BSD bedauert sehr, dass Jens seinen Vertrag als Cheftrainer vorzeitig auflösen und uns verlassen wird. Wir wünschen ihm persönlich und gesundheitlich nur das Allerbeste für die Zukunft.“ mdp

Bob/Skeleton: Internationaler Bob- und Skeletonverband IBSF gibt Saisonkalender bekannt

- Weltcup-Auftakt erstmals in Sigulda (LAT)
- acht BMW Worldcups in sechs Ländern
- IBSF WM 2019 in Whistler (CAN)

Berchtesgaden (bsd/14.03.2018) Der inter- nationale Bob- und Skeletonverband IBSF gab seine Saisonplanung für den Winter 2018/2019 bekannt. Eine Premiere ist es, dass der BMW Bob- und Skeleton Weltcup im lettischen Sigulda seinen Auftakt sehen wird. Vom 3. bis 9. Dezember 2018 werden in Lettland die ersten Skeleton- und Frauenbob-Weltcups des Winters und die ersten beiden Zweierbob Weltcuprennen stattfinden. In der Geschichte der IBSF gab es noch nie einen gemeinsamen Bob- und Skeleton-Weltcup in Lettland. Nur  Europacuprennen und InterContinentalCups (ICC) finden regelmäßig in Sigulda statt. Den letzten Skeleton-Weltcup sah Sigulda im Jahr 2005.

In der Woche nach dem Auftakt von Sigulda, vom 10. bis 16. Dezember 2018, wird das sauerländische Winterberg als zweite Station der BMW-Serie, die ersten beiden Viererbob-Weltcuprennen austragen.

Nach den beiden ersten Stationen im Jahr 2018 geht es in die Weihnachtspause und im Januar 2019 folgen die Weltcups im sächsischen Altenberg, am bayerischen Königssee, im Tiroler Wintersportort Igls und im Schweizer Nobel-Kurort St. Moritz.


Nach einer zweiwöchigen Weltcuppause, starten die internationalen Bobsportler/Innen und Skeletonis in Übersee, wo die beiden letzten Saisonweltcups in Lake Placid (USA, 11. Bis 16. Februar) und Calgary (CAN, 18. bis 23. Februar) stattfinden.

Die nacholympische Saison findet dann ihren Höhepunkt mit den BMW IBSF Weltmeisterschaften vom 25. Februar bis 10. März auf der Olympiabahn von 2010 im kanadischen Whistler Mountain. mdp

 

Übersicht BMW IBSF Bob- und Skeleton Weltcup 2018/2019

 

1.       Sigulda (LAT, 3. - 9. Dezember 2018) - zwei Rennen Zweierbob
2.       Winterberg (GER, 10. - 16. Dezember 2018) -  zwei Rennen Viererbob
3.       Altenberg (GER, 31. Dezember 2018 - 6. Januar 2019)
4.       Königssee (GER, 7. - 13. Januar 2019)
5.       Innsbruck (AUT, 14. - 20. Januar 2019)
6.       St. Moritz (SUI, 21. - 27. Januar 2019)
7.       Lake Placid (USA, 11. - 17. Februar 2019)
8.       Calgary (CAN, 18. - 24. Februar 2019)

BMW IBSF WM in Whistler (CAN, 25. Februar bis zum 10. März 2019)

 

Bob: BSD-Kufencracks gehen in Pyeongchang auf Medaillenjagd / Vorschau

- Friedrich, Lochner und Walther mit Medaillenambitionen
- Schneider und Jamanka stark unterwegs
- Konkurrenz kommt vor allem aus Kanada, Lettland, USA und der Schweiz

PyeongChang (bsd/10.02.2018) Am 9. Februar wurden die XXIII. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang feierlich eröffnet. Bis zum 25. Februar kämpfen knapp 3000 Athleten und Athletinnen in sieben Sportarten und 15 Disziplinen bei 102 Entscheidungen um die Medaillen. Nach den Rennrodlern und Skeletonis des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) wollen die Bobsportler im Olympic Sliding Centre in Alpensia nach olympischem Edelmetall greifen.

Mit Vollgas und einer starken Saison im Rücken wollen die deutschen Bobsportler die historische Olympia-Pleite von vor vier Jahren vergessen machen. Damals fuhren die BSD-Cracks im russischen Sochi allesamt an den Podestplätzen vorbei und blieben damit erstmals seit den Winterspielen von 1964 in Innsbruck ohne Medaille. Die deutschen Bob-Damen waren bereits 2010 in Vancouver leer ausgegangen.

Die Chancen auf Widergutmachung stehen gut. Das Männerteam, das derzeit alle Weltmeister stellt, kam im Saisonverlauf immer besser in Schwung. Vierer-Champion Johannes Lochner fuhr im großen Schlitten vier Saisonsiege ein und setzte sich damit erstmals in seiner Karriere die Krone des Gesamtweltcupsiegers auf. Doppel-Weltmeister Francesco Friedrich unterstrich nach holprigem Saisonstart in seiner Paradedisziplin Zweierbob zuletzt ebenfalls konstant seine Medaillenambitionen. In den letzten fünf Weltcup-Rennen raste der 27-jährige Ausnahmepilot immer aufs Weltcup-Podest (3x Zweiter) und feierte dabei zwei Siege.

Und Nico Walther demonstrierte gleich in beiden Schlitten Siegerqualitäten im Olympia-Winter. Der WM-Dritte überzeugte mit zwei Erfolgen im kleinen Schlitten sowie drei Siegen im Viererbob und darf sich durchaus Hoffnungen auf olympisches Edelmetall machen. Zu den Hauptkonkurrenten im Kampf um die Medaillen zählen die Kanadier Justin Kripps und Chris Spring, die Letten Oskars Melbardis und Oskars Kibemanis, der Schweizer Rico Peter und der Südkoreaner Won Yunjong.

Auch die deutschen Bob-Damen sind wieder zurück in der Erfolgsspur. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte im Olympia-Winter allen voran Stephanie Schneider: Die ehemalige Anschieberin von Cathleen Martini feierte beim Weltcup in Winterberg Anfang Dezember ihren ersten Erfolg als Pilotin und ließ bei den Rennen in Igls und am Königssee zwei weitere Siege folgen. Ihre Medaillenambitionen untermauerte die 27-Jährige zudem mit Podestplätzen in Lake Placid und St. Moritz (jeweils Dritte). Bärenstark präsentierte sich im Olympia-Winter auch Mariama Jamanka. Die 27-Jährige, die im Vorjahr überraschend zu EM-Gold fahren konnte, verbuchte in der abgelaufenen Weltcup-Saison drei Podest-Platzierungen und war bei keinem der acht Weltcuprennen schlechter als auf Rang sechs platziert.

Auch die dritte deutsche Starterin im Weltcup Anna Köhler machte in ihrer Debüt-Saison eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Die 24-Jährige Winterbergerin raste gleich in ihrem sechsten Weltcup-Rennen auf das Podium. Schneller waren Anfang Januar in Altenberg nur Olympiasiegerin Kaillie Humphries (Kanada) und die zweitplatzierte Jamie Greubel Poser, die wie ihre amerikanische Teamkollegin Elana Meyers Taylor als Top-Kandidatinnen auf olympisches Edelmetal in Pyeongchang gelten.

Der Bobsport gehört seit den ersten Winterspielen 1924 fast durchgehend zum Olympia-Programm. Einzige Ausnahme bilden die Olympischen Spiele von 1960 in Squaw Valley, USA. Das Organisationskomitee weigerte sich damals eine Bobbahn zu bauen, weil nur neun Länder ihre Teilnahme angekündigt hatten. Mit 40 Medaillen, darunter 16 goldenen, ist Deutschland unangefochten die erfolgreichste Bobsport-Nation bei Olympia. Mit vier Gold- sowie einer Silbermedaille ist Andre Lange der bisher erfolgreichste Bobpilot bei Olympischen Winterspielen. Frauen feierten 2002 in Salt Lake City ihre Olympia-Premiere im Zweierbob. Erfolgreichste Teilnehmerin ist die Kanadierin Kaillie Humphries, die 2010 und 2014 Gold gewann. Erfolgreichste deutsche Pilotin ist Sandra Kiriasis, die 2002 zu Silber und vier Jahre später in Turin zu Gold fahren konnte.  (mdp)

Die BSD-Nominierungen

Frauenbob:

Bobteam Mariama Jamanka (BRC Thüringen): Jamanka/Lisa-Marie Buckwitz
Bobteam Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg): Schneider/Annika Drazek
Bobteam Anna Köhler (BSC Winterberg): Köhler/Erline Nolte
 
 
Zweierbob Männer:

Bobteam Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg): Friedrich/Thorsten Margis
Bobteam Nico Walther (BSC Sachen Oberbärenburg): Walther/Christian Poser
Bobteam Johannes Lochner (BSC Stuttgart): Lochner/Christopher Weber
 
Viererbob:

Bobteam Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg): Friedrich/Candy Bauer/Martin Grothkopp/Thorsten Margis
Bobteam Nico Walther (BSC Sachsen Oberbärenburg): Walther/Kevin Kuske/Alexander Rödiger/Eric Franke
Bobteam Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude): Lochner/Christopher Weber/Christian Poser/Christian Rasp


 
Der Zeitplan

Herren-Zweier-Bob, 1. & 2. Lauf: Sonntag, 18.02.2018, 12:05 Uhr (MEZ)
Damen-Zweier-Bob, 1. & 2. Lauf: Dienstag, 20.02.2018, 12:50 Uhr (MEZ)
Herren-Vierer-Bob, 1. & 2. Lauf: Samstag, 24.02.2018, 01:30 Uhr (MEZ)
Herren-Zweier-Bob, 3. & 4. Lauf: Montag, 19.02.2018, 12:15 Uhr (MEZ)
Damen-Zweier-Bob, 3. & 4. Lauf: Mittwoch, 21.02.2018, 12:40 Uhr (MEZ)
Herren-Vierer-Bob, 3. & 4. Lauf: Sonntag, 25.02.2018, 01:30 Uhr (MEZ)

Skeleton: Olympische Winterspiele / Vorschau

- Frauen mit großen Medaillenchancen
- Männer kämpfen um Rang 3
- Deutschland erst zwei Olympiamedaillen - USA führt Medaillenspiegel an

PyeongChang (bsd/08.02.2018) Im Bereich Skeleton zeigt sich der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) zurzeit bärenstark aufgestellt und schickt mehrere Medaillen-Kandidatinnen in Pyeongchang ins Rennen. Vor allem dank der amtierenden Welt- und Europameisterin Jacqueline Lölling darf sogar vom ersten deutschen Skeleton-Gold bei Olympia überhaupt geträumt werden. Die 23-jährige Senkrechtstarterin der Szene wurde bereits 2012 mit nur 16 Jahren erstmals deutsche Meisterin und feierte im selben Jahr den Olympiasieg bei den ersten Olympischen Jugendwinterspielen in Igls. Mit vier Saisonsiegen feierte die Bundespolizistin im Olympia-Winter erstmals in ihrer noch jungen Karriere den Weltcup-Gesamtsieg.

Zweite Anwärterin auf olympisches Edelmetall ist Tina Hermann. Die 25-jährige Weltmeisterin von 2016 raste in fünf von acht Weltcup-Rennen in dieser Saison auf das Podium (4x Zweite & 1x Dritte) und belegte in der Weltcup-Endabrechnung Rang zwei hinter Teamkollegin Lölling. Dritte BSD-Starterin in Südkorea ist die frischgebackene Junioren-Weltmeisterin Anna Fernstädt. Die 21-Jährige, die sich vor gut einer Woche bei den Nachwuchs-Titelkämpfen in St. Moritz Gold sichern konnte, überzeugte im Weltcup-Winter mit einem Podiumsplatz (Dritte in Altenberg) sowie insgesamt vier Top-Sechs-Ergebnissen bei sechs Weltcup-Einsätzen.

Bei den Männern ruhen die Olympia-Hoffnungen vor allem auf Vizeweltmeister Axel Jungk. Der 26-Jährige, der im Vorjahr den deutschen Skeleton-Männern bei den Welt-Titelkämpfen am bayerischen Königssee die erste WM-Medaille seit fünf Jahren bescherte, untermauerte seine olympischen Medaillen-Ambitionen vor gut zwei Wochen, als er beim Weltcup-Finale an gleicher Stelle den ersten Weltcupsieg seiner Karriere einfahren konnte.

Mit Außenseiter-Chancen gehen die zwei weiteren BSD-Nominierungen an den Start. Dass Christopher Grotheer jedoch an einem guten Tag einiges zuzutrauen ist, demonstrierte der 25-jährige ehemalige Junioren-Weltmeister zuletzt Anfang Januar beim Weltcup in Altenberg. Als Drittplatzierter feierte der Oberhofer, der bei den Weltmeisterschaften 2015 Silber im Team gewinnen konnte, seine einzige Podest-Platzierung im Olympia-Winter. Und auch der zweimalige Deutsche Meister Alexander Gassner schaffte in der Olympia-Saison den Sprung aufs Weltcup-Podium. Beim Rennen auf der traditionsreichen Natureisbahn in St. Moritz vor knapp vier Wochen raste der 28-jährige Winterberger, der bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr im Team-Wettbewerb Bronze gewann, auf den starken dritten Rang.

Als Topfavorit auf den Olympiasieg bei den Männern wird einmal mehr Martins Dukurs gehandelt. Der große Mann des Skeletonsports war allerdings noch nie Olympiasieger. Der Lette holte bei den vergangenen sechs Weltmeisterschaften fünfmal den Titel, wurde achtmal in Folge Gesamtweltcupsieger. Doch 2010 in Vancouver (Jon Montgomery) und 2014 in Sotschi (Alexander Tretjakow) nutzte jeweils ein Lokalmatador seinen Heimvorteil und schnappte Dukurs Olympiagold weg. Und das Drama könnte sich auch in Südkorea wiederholen: Der Koreaner Yun Sungbin, der den Olympia-Winter beinahe nach Belieben dominierte und bei sieben Starts fünfmal siegreich war sowie dazu zweimal auf Rang zwei fahren konnte, dürfte in seiner Heimat nur schwer zu schlagen sein.

Mit insgesamt achtmal Edelmetall, davon dreimal Gold, führen die USA den olympischen Medaillenspiegel im Skeleton an. 2010 gewannen Kerstin Szymkowiak und Anja Huber im Hochgeschwindigkeitseiskanal von Whistler Silber und Bronze und fuhren die bislang einzigen olympischen Skeleton-Medaillen für Deutschland überhaupt ein. mdp

Die BSD-Nominierungen

Damen

Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland)
Tina Hermann (WSV Königssee)
Anna Fernstädt (RC Berchtesgaden)

Herren

Axel Jungk (BSC Sachsen Oberbärenburg)
Christopher Grotheer (BSR Oberhof)
Alexander Gassner (BSC Winterberg)

Der Zeitplan

Herren Lauf 1 und 2: Do, 15.02., 02:00 Uhr MEZ
Herren Lauf 3 und 4: Fr, 16.02., 01:30 Uhr MEZ

Damen Lauf 1 und 2: Fr, 16.02., 12:20 Uhr MEZ
Damen Lauf 3 und 4: Sa, 17.02., 12:20 Uhr MEZ

Rennrodeln: Olympische Winterspiele starten mit den Rennrodlern / Vorschau

- Rennrodler gehen als Erste auf Medaillenjagd
- XXIII. Olympische Winterspiele in PyeongChang
- Geisenberger, Loch und Wendl/Arlt die Titelverteidiger

PyeongChang (bsd/05.02.2018) Die deutschen Rennrodler gehen im Kampf um die Medaillen bei den Winterspielen in Südkorea einmal mehr als Topfavoriten ins Rennen. Bei Olympia 2014 in Sotschi schafften die Schützlinge von Cheftrainer Norbert Loch gar historisches: Nach den Erfolgen von Felix Loch und Natalie Geisenberger in den Einzelrennen sowie dem Triumph der Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt waren die BSD-Asse auch gemeinsam in der erstmals bei Olympia ausgetragenen Team-Staffel nicht zu schlagen und feierten im vierten Wettbewerb den vierten Olympiasieg. Das gab es bei Olympischen Spielen noch nie.

Und auch in Pyeongchang bahnt sich historisches an: Felix Loch peilt in Südkorea sein drittes Einzelgold nacheinander an. Damit würde der 28-Jährige mit seinem Freund und Vorbild Georg Hackl gleichziehen und seinen Status als einer der besten Rodler der Geschichte untermauern. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht… Dank seiner vier Saisonsiege sicherte sich der Dominator der vergangenen Jahre vor knapp zwei Wochen den sechsten Sieg im Gesamtweltcup und tankte damit reichlich Selbstvertrauen für die Wettbewerbe in Pyeongchang.

Auch die zwei weiteren BSD-Herren, Andi Langenhan und Johannes Ludwig, zählen bei den olympischen Wettbewerben, die bereits am kommenden Samstag, 10. Februar, mit den ersten zwei von insgesamt vier Durchgängen ihren Auftakt erleben, durchaus zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten. Andi Langenhan lag in Sochi undankbar auf Rang Vier und musste lange um eine Bronzemedaille bangen, bis der Internationle Gerichtshof CAS am 1. Februar 2018 bekannt gab, dass Silbermedaillengewinner Albert Demtchenko (Russland) nicht nachträglich disqualifiziert wird wegen seiner Verstrickungen in den russischen Dopingskandal von Sochi. Im Dezember 2017 wurde Demtdchenko die Medaille vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) noch aberkannt.

Der Deutsche Meister Langenhan schaffte in der abgelaufenen Saison immerhin zweimal den Sprung aufs Weltcup-Podium (jeweils Dritter in Altenberg & Oberhof). Und auch Johannes Ludwig, der in Pyeongchang seine Olympia-Premiere feiert, konnte als Zweiter im Sprintrennen von Lake Placid sowie als Dritter beim Einzelrennen am Königssee im Olympia-Winter auf das Weltcup-Podest fahren.

Bei den Frauen gilt Titelverteidigerin Natalie Geisenberger erneut als Gold-Favoritin. Die dreimalige Weltmeisterin sicherte sich im Olympia-Winter zum sechsten Mal in Serie den Gesamtweltcup und verbuchte dabei fünf Saisonsiege. Eine weitere Bestmarke für die überragende Rodlerin der vergangenen Jahre: Zuvor war sie mit fünf Erfolgen gleichauf mit ihrer Dauerrivalin Tatjana Hüfner (2008 bis 2012) und Silke Kraushaar-Pielach (1999, 2001, 2001, 2006 und 2007) gelegen. Zudem hält die Miesbacherin auch den Rekord für die meisten Weltcup-Einzelsiege bei den Frauen (43).

In den Kampf um Gold will auch Tatjana Hüfner eingreifen. Die Olympiasiegerin von Vancouver 2010, die zu Jahresbeginn an einer Nervenentzündung im rechten Bein laborierte, konnte im Olympia-Winter ein Weltcup-Rennen für sich entscheiden und stand insgesamt fünf Mal auf dem Podest. Die 34-Jährige fährt als amtierende Weltmeisterin nach Pyeongchang. Bei den Welt-Titelkämpfen im Vorjahr sicherte sich Hüfner zum fünften Mal den WM-Titel und krönte sich damit zur alleinigen Rekordweltmeisterin. Medaillenchancen rechnet sich auch die dritte BSD-Starterin Dajana Eitberger aus. Im Weltcup überzeugte die 27-Jährige mit Gesamtrang zwei und verbuchte dabei zwei Siege (Sprintrennen Lake Placid & Oberhof) sowie insgesamt fünf Podest-Platzierungen.

Bei den Doppelsitzern liebäugeln die Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken mit ihrem ersten Olympia-Gold. Das Duo aus Thüringen dominierte den Olympia-Winter beinahe nach Belieben und feierte seinen dritten Sieg im Gesamtweltcup. Dabei gewannen die amtierenden Weltmeister sage und schreibe zehn von 13 Weltcuprennen und sicherten sich ganz nebenbei auch noch den dritten EM-Titel ihrer Karriere.

Aber auch die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt werden in Pyeongchang alles daran setzen, ihren Triumph von Sochi zu wiederholen. In der abgelaufenen Saison lief es für den erfolgsverwöhnten „Bayern-Express“ aber nicht ganz so rund. Am Ende mussten sich die viermaligen Weltmeister im Gesamtweltcup mit „nur“ zwei Siegleistungen (Sprint Winterberg & Königssee) deutlich den Teamkollegen Eggert/Benecken geschlagen geben. Für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) war der Erfolg von Wendl/Arlt in Sotschi 2014 im Übrigen das erste Doppelsitzer-Gold seit zwölf Jahren. Der bis dahin letzte deutsche Olympiasieg gelang dem Duo Patric Leitner/Alexander Resch im Jahr 2002 bei den Winterspielen in Salt Lake City. In der olympischen Doppelsitzer-Statistik war es die insgesamt 20 Medaille für Deutschland (10x Gold/4x Silber/6x Bronze).

Insgesamt feierten deutsche Rennrodler seit der Aufnahme der Rodelwettbewerbe ins Olympia-Programm 1964 immer mindestens einen Olympiasieg und verbuchten bislang insgesamt 31 Goldmedaillen in der olympischen Geschichte: je 10x Gold bei Damen, Herren & Doppelsitzern sowie 1x Gold im Team-Wettbewerb.

Die Bilanz der Rennrodel-Damen ist sicherlich besonders beeindruckend: Bei den bisher 14 olympischen Rennrodel-Wettbewerben seit 1964 in Innsbruck gab es nur viermal kein Gold (1968, 1980, 1992, 1994) für Deutschland. Die letzte Niederlage bei Olympischen Winterspielen gab es 1994: Damals ließ sich Susi Erdmann in Lillehammer die Gold-Medaille von der Italienerin Gerda Weissensteiner wegschnappen. In den vergangenen 50 Jahren gewannen die deutschen Mädels insgesamt 31 von 42 möglichen Olympiamedaillen. Bei den letzten fünf Winterspielen 1998, 2002, 2006, 2010 und 2014 holten die deutschen Damen zwölf von fünfzehn möglichen Medaillen. mdp


Die Nominierungen

 

Herren

Felix Loch RC Berchtesgaden
Andi Langenhan RRC Zella-Mehlis
Johannes Ludwig BSR Rennsteig Oberhof

Damen

Natalie Geisenberger SV Miesbach
Tatjana Hüfner RC Blankenburg
Dajana Eitberger RC Ilmenau

Doppelsitzer

Tobias Wendl RC Berchtesgaden
Tobias Arlt WSV Königssee
Toni Eggert BRC Ilsenburg/Harz
Sascha Benecken RT Suhl

Der Zeitplan

Einzelwettbewerb Herren: 10. (1. und 2. Lauf) und 11. (3. und 4. Lauf) Februar 2018, 10.50 Uhr MEZ
Einzelwettbewerb Damen: 12. (1. und 2. Lauf) und 13. (3. und 4. Lauf) Februar 2018. 11.30 MEZ
Doppelsitzer Herren: 14. Februar 2018, 12.20 Uhr MEZ
Teamwettbewerb: 15. Februar 2018, 13.30 Uhr MEZ