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Olympia: Gold und Bronze für die deutschen Doppelsitzer

• Titelverteidiger Tobias Wendl und Tobias Arlt gewinnen Goldmedaille in PyeongChang
• Toni Eggert und Sascha Benecken sichern sich Bronze
• Peter Penz und Georg Fischler (AUT) werden Zweite

PyeongChang (bsd/14.02.2018) Gold für die beiden „Tobis“ aus Berchtesgaden: Bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang konnte das bayerische Doppelsitzer-Duo um Tobias Wendl und Tobias Arlt ihren Titel erfolgreich verteidigen und gewann die Goldmedaille. Für den „Bayernexpress“ ist dies das insgesamt dritte Olympia-Gold ihrer Karriere: „Wir hatten gestern im letzten Trainingslauf einen Sturz und normalerweise braucht man ein, zwei Läufe, um sich wieder zu sortieren. Ich war von uns überrascht, dass wir das heute so cool runtergefahren haben. Wir waren entspannt, da wir bereits die Goldmedaille von Sochi haben und wir gewusst haben, was wir können. Und jetzt wieder hier ganz oben zu stehen, ist super. Während der Saison haben wir unser Material optimieren können, immer mit Blick auf die Spiele in Korea. Die Rechnung ist aufgegangen. Wir sind allerdings nicht auf Risiko gefahren, da vor allem die Kurve 9 nichts verzeiht – wir wollten einfach sicher runterfahren.“

--> O-Ton Tobias Wendl und Tobias Arlt


Mit Start- sowie Laufbestzeit im ersten Lauf legten Wendl/Arlt eine starke Basis für Lauf zwei, in dem sie mit einer perfekten Fahrlinie erneut einen reibungslosen Lauf in den Eiskanal zauberten.

Für das zweite deutsche Edelmetall sorgten an diesem Tag Toni Eggert und Sascha Benecken. Eher als Top-Favoriten für die Goldmedaille gehandelt, mussten sich die beiden Überflieger der Saison 2017/18 allerdings zum zweiten Mal bei Olympischen Spielen ihren bayerischen Teamkollegen geschlagen geben.

Mit 0,290 Sekunden Rückstand sicherten sich Eggert/Benecken ihr erstes olympisches Edelmetall und gewannen Bronze: „Wir hatten eine fantastische Saison und haben so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen konnte. Dieser Favoritenrolle muss man auch erst einmal gerecht werden, das ist nicht so einfach – und ich denke, dass wir mit der Bronzemedaille der Favoritenrolle auch gerecht geworden sind und unsere Saison damit perfekt abschließen. In vier Jahren ist das Ziel ganz klar – da wollen wir dann Gold gewinnen.“

--> O-Ton Sascha Benecken und Toni Eggert


Die Überraschungs-Medaillengewinner des Tages waren sicherlich die Österreicher Peter Penz und Georg Fischler. Sie sicherten sich mit zwei starken Läufen und 0,088 Sekunden Rückstand auf das Sieger-Duo die Silbermedaille.

Cheftrainer Norbert Loch: „In der letzten Saison ist das gesamte Trainerteam mit Wendl/Arlt hart ins Gericht gegangen, da einiges nicht gepasst hat. Es war vielleicht auch gut für sie, dass sie nachlegen mussten. Sie haben daraufhin so fleißig gearbeitet und haben sich ihren Sieg heute verdient. Sie sind zweimal mit Startbestzeit gestartet – das war die Grundlage – und hatten zwei sehr solide Läufe. Der erste Lauf war sogar richtig stark. Toni und Sascha hatten in der Kurve 9 ihre Fahrfehler. Insgesamt sind sie alle sehr gut gefahren.“

--> O-Ton Norbert Loch


Als letzter Bewerb der Rennrodler bei den Olympischen Winterspielen steht morgen (15.02.) die Team-Staffel auf dem Programm. Für Deutschland gehen Bronzemedaillen-Gewinner Johannes Ludwig, Goldmedaillen-Gewinnerin Natalie Geisenberger sowie das Gold-Doppel Tobias Wendl und Tobias Arlt an den Start. (lr)

Platzierungen der deutschen Rennrodel-Athleten

1. Platz: Tobias Wendl/Tobias Arlt
3. Platz: Toni Eggert/Sascha Benecken

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Skeleton: Olympische Winterspiele / Vorschau

• Frauen mit großen Medaillenchancen
• Männer kämpfen um Rang 3
• Deutschland erst zwei Olympiamedaillen - USA führt Medaillenspiegel an

PyeongChang (bsd/08.02.2018) Im Bereich Skeleton zeigt sich der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) zurzeit bärenstark aufgestellt und schickt mehrere Medaillen-Kandidatinnen in Pyeongchang ins Rennen. Vor allem dank der amtierenden Welt- und Europameisterin Jacqueline Lölling darf sogar vom ersten deutschen Skeleton-Gold bei Olympia überhaupt geträumt werden. Die 23-jährige Senkrechtstarterin der Szene wurde bereits 2012 mit nur 16 Jahren erstmals deutsche Meisterin und feierte im selben Jahr den Olympiasieg bei den ersten Olympischen Jugendwinterspielen in Igls. Mit vier Saisonsiegen feierte die Bundespolizistin im Olympia-Winter erstmals in ihrer noch jungen Karriere den Weltcup-Gesamtsieg.

--> O-Ton Jacqueline Lölling

Zweite Anwärterin auf olympisches Edelmetall ist Tina Hermann. Die 25-jährige Weltmeisterin von 2016 raste in fünf von acht Weltcup-Rennen in dieser Saison auf das Podium (4x Zweite & 1x Dritte) und belegte in der Weltcup-Endabrechnung Rang zwei hinter Teamkollegin Lölling. Dritte BSD-Starterin in Südkorea ist die frischgebackene Junioren-Weltmeisterin Anna Fernstädt. Die 21-Jährige, die sich vor gut einer Woche bei den Nachwuchs-Titelkämpfen in St. Moritz Gold sichern konnte, überzeugte im Weltcup-Winter mit einem Podiumsplatz (Dritte in Altenberg) sowie insgesamt vier Top-Sechs-Ergebnissen bei sechs Weltcup-Einsätzen.

--> O-Ton Tina Hermann

--> O-Ton Anna Fernstädt

 

Bei den Männern ruhen die Olympia-Hoffnungen vor allem auf Vizeweltmeister Axel Jungk. Der 26-Jährige, der im Vorjahr den deutschen Skeleton-Männern bei den Welt-Titelkämpfen am bayerischen Königssee die erste WM-Medaille seit fünf Jahren bescherte, untermauerte seine olympischen Medaillen-Ambitionen vor gut zwei Wochen, als er beim Weltcup-Finale an gleicher Stelle den ersten Weltcupsieg seiner Karriere einfahren konnte.

Mit Außenseiter-Chancen gehen die zwei weiteren BSD-Nominierungen an den Start. Dass Christopher Grotheer jedoch an einem guten Tag einiges zuzutrauen ist, demonstrierte der 25-jährige ehemalige Junioren-Weltmeister zuletzt Anfang Januar beim Weltcup in Altenberg. Als Drittplatzierter feierte der Oberhofer, der bei den Weltmeisterschaften 2015 Silber im Team gewinnen konnte, seine einzige Podest-Platzierung im Olympia-Winter. Und auch der zweimalige Deutsche Meister Alexander Gassner schaffte in der Olympia-Saison den Sprung aufs Weltcup-Podium. Beim Rennen auf der traditionsreichen Natureisbahn in St. Moritz vor knapp vier Wochen raste der 28-jährige Winterberger, der bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr im Team-Wettbewerb Bronze gewann, auf den starken dritten Rang.

Als Topfavorit auf den Olympiasieg bei den Männern wird einmal mehr Martins Dukurs gehandelt. Der große Mann des Skeletonsports war allerdings noch nie Olympiasieger. Der Lette holte bei den vergangenen sechs Weltmeisterschaften fünfmal den Titel, wurde achtmal in Folge Gesamtweltcupsieger. Doch 2010 in Vancouver (Jon Montgomery) und 2014 in Sotschi (Alexander Tretjakow) nutzte jeweils ein Lokalmatador seinen Heimvorteil und schnappte Dukurs Olympiagold weg. Und das Drama könnte sich auch in Südkorea wiederholen: Der Koreaner Yun Sungbin, der den Olympia-Winter beinahe nach Belieben dominierte und bei sieben Starts fünfmal siegreich war sowie dazu zweimal auf Rang zwei fahren konnte, dürfte in seiner Heimat nur schwer zu schlagen sein.

Mit insgesamt achtmal Edelmetall, davon dreimal Gold, führen die USA den olympischen Medaillenspiegel im Skeleton an. 2010 gewannen Kerstin Szymkowiak und Anja Huber im Hochgeschwindigkeitseiskanal von Whistler Silber und Bronze und fuhren die bislang einzigen olympischen Skeleton-Medaillen für Deutschland überhaupt ein. mdp

Die BSD-Nominierungen

Damen

Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland)
Tina Hermann (WSV Königssee)
Anna Fernstädt (RC Berchtesgaden)

Herren

Axel Jungk (BSC Sachsen Oberbärenburg)
Christopher Grotheer (BSR Oberhof)
Alexander Gassner (BSC Winterberg)

Der Zeitplan

Herren Lauf 1 und 2: Do, 15.02., 02:00 Uhr MEZ
Herren Lauf 3 und 4: Fr, 16.02., 01:30 Uhr MEZ

Damen Lauf 1 und 2: Fr, 16.02., 12:20 Uhr MEZ
Damen Lauf 3 und 4: Sa, 17.02., 12:20 Uhr MEZ

 

Olympia: Gold und Silber für die deutschen Rodeldamen in PyeongChang

• Natalie Geisenberger holt sich ihr insgesamt drittes Olympia-Gold in PyeongChang
• Dajana Eitberger gewinnt bei Olympia-Debüt sensationell Silber
• Tatjana Hüfner verpasst knapp eine Medaille und wird Vierte

PyeongChang (bsd/13.02.2018) She did it again: Die deutsche Titelverteidigerin Natalie Geisenberger holte sich bei ihren dritten Olympischen Winterspielen in PyeongChang die dritte Goldmedaille ihrer Karriere und verwies mit beindruckender Nervenstärke sowie vier konstant starken Läufen die internationale Rennrodel-Elite auf die hinteren Plätze. Auch die tückische Kurve 9 wusste die 30-jährige Miesbacherin viermal perfekt zu treffen und setzte sich mit 0,367 Sekunden Vorsprung an die Spitze: „Das habe ich mir die letzten vier Jahre erträumt und jetzt stehe ich wieder ganz oben. Ich freue mich so auf die Medaille, einfach geil. Mein ganz großes Ziel in meiner Karriere war es, irgendwann einmal Olympiasiegerin zu werden, und das habe ich bereits in Sochi geschafft. Sollte noch eine Medaille dazukommen, ist es schön, und wenn nicht, dann wäre es auch nicht so schlimm gewesen. Ich habe alles, was man im Rodeln erreichen kann, erreicht, und es ist natürlich richtig toll, dass jetzt noch eine Goldmedaille dazugekommen ist.“

--> O-Ton Natalie Geisenberger


Dajana Eitberger sorgte am Entscheidungstag sicherlich für die Überraschung des Tages: Die 27-jährige Ilmenauerin sicherte sich bei ihren ersten Olympischen Spielen die Silbermedaille und krönte mit diesem Ergebnis ihre starke Saison 2017/18, in der sie zugleich Zweite im Gesamtweltcup geworden war: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mich in meinen zwei Wettkampftagen voll auf das Rennen fokussieren werde und dann werde ich feiern. Ich habe es geschafft, hierher zu kommen, ich habe so hart an meiner Performance und mit Rückschlägen gekämpft in den letzten Jahren, habe meine zwei Wettkampftage absolviert und jetzt kann ich 1,5 Wochen hier so richtig die Sau rauslassen und feiern.“

--> O-Ton Dajana Eitberger (ab Minute 01:07)


Für Tatjana Hüfner, eine der Top-Garanten auf olympisches Edelmetall, ging sich bei ihren vierten Spielen dieses Mal leider keine Medaille aus. Sie musste sich der Kanadierin Alex Gough geschlagen geben und wurde mit 0,481 Sekunden Vierte.

Cheftrainer Norbert Loch: „Es wurde hart gefightet, man musste sehr sauber fahren. Natalie hatte sich in den ersten zwei Läufen schon etwas abgesetzt und heute nochmal einen draufgesetzt. Unsere Damen waren sehr nervenstark - der Kampf um die Plätze 2, 3 und 4 war sehr spannend. Tatjana musste heute leider mit dem vierten Platz vorlieb nehmen, hinter Alex Gough. Sie ist trotzdem sehr gut gefahren, aber es hat halt nicht ganz gereicht.“

--> O-Ton Norbert Loch


Felix Loch, der vor zwei Tagen eine olympische Edelmedaille verpasst hatte, freut sich für seine Teamkolleginnen: „Die Damen haben es wirklich richtig gut gemacht heute. Für Tatjana tut es mir ein bisschen Leid mit dem undankbaren vierten Platz. Bei ihren wahrscheinlich letzten Olympischen Spielen ist das natürlich sehr ärgerlich. Die anderen beiden haben sich ihre Medaillen redlich verdient. Das werden wir heute sicher feiern.“

--> O-Ton Felix Loch

 
Morgen starten ab 12.20 Uhr die zwei Entscheidungsläufe der Doppelsitzer. (lr)

 

Platzierungen der deutschen Rennrodel-Athletinnen

1. Platz: Natalie Geisenberger
2. Platz: Dajana Eitberger
4. Platz: Tatjana Hüfner

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Olympia: Doppelführung nach Halbzeit für die deutschen Rennrodel-Damen

• Top-Favoritin Natalie Geisenberger liegt nach Halbzeit in Führung
• Teamkollegin Dajana Eitberger auf Rang zwei
• Tatjana Hüfner fährt auf Rang vier

PyeongChang (bsd/12.02.2018) Natalie Geisenberger wurde ihrer Favoritenrolle bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang wie erwartet gerecht: Nach den ersten zwei von insgesamt vier Läufen liegt die 30-jährige Miesbacherin mit 0,12 Sekunden Vorsprung in Führung und legte damit eine solide Grundlage für die kommenden zwei Finalläufe: „Mein Ziel am heutigen Tag war es, zwei solide Läufe zu zeigen und die Kurve 9 gut zu treffen – das ist mir gut gelungen. Der Vorsprung von mir ist relativ klein. Morgen muss ich auch wieder gut fahren und darf kein Risiko eingehen. Die verpasste Medaillenchance von Felix Loch am gestrigen Tag war für uns alle schwer, aber für mich vielleicht auch ein kleiner Wachrüttler, dass ich mir die Stelle noch einmal genau anschaue und nicht auf zu viel Risiko fahren werde.“

--> O-Ton Natalie Geisenberger


Auf Rang zwei platzierte sich Geisenbergers Teamkollegin Dajana Eitberger. Die Ilmenauerin lieferte bei ihrem Olympiadebüt zwei starke Läufe ab und liegt nun in einer aussichtsreichen Position für eine Top-Platzierung: „Ich war erstaunlich ruhig. Beim ersten Lauf war ich sehr konzentriert, aber auch etwas vorsichtig unterwegs. Da hatte ich noch ein paar Fahrfehler und auch der Start war noch nicht sehr gut. Ich habe versucht, im zweiten Lauf die Fehler auszumerzen und das Ding einfach runterzufahren. Es ist ein harter Kampf hier und ich denke, dass es morgen noch einmal richtig spannend wird.“

--> O-Ton Dajana Eitberger


Auf den dritten Platz fuhr die Kanadierin Alex Gough mit 0,191 Sekunden Rückstand auf Geisenberger. Knapp dahinter platzierte sich die dritte deutsche Starterin Tatjana Hüfner (+ 0,207 Sek.), die sich im ersten Lauf den Bahnrekord gesichert hatte.

Als absolute Top-Favoritin auf olympisches Edelmetall liegt die 34-Jährige ebenfalls auf einer aussichtsreichen Position: „Der erste Lauf war nicht ganz so sauber, ich hatte ein paar kleinere Fahrfehler. Ich war allerdings regelrecht überrascht von meiner tollen Ausfahrt aus Kurve 9, die ich im Training nicht so gut getroffen hatte. Der zweite Lauf ist mir deutlich besser geglückt, allerdings habe ich in der oberen Passage relativ viel Zeit verloren, und da fehlt dann einfach der Schwung unten raus. Morgen heißt es dann definitiv, auf Angriff zu fahren. Es ist noch nichts verloren, das haben wir gestern bei den Herren gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Erst wenn alle vier Läufe im Ziel sind, wissen wir, wer ganz oben auf dem Podium steht.“

--> O-Ton Tatjana Hüfner


Morgen starten ab 11.30 Uhr (MEZ) die beiden Finalläufe der Rennrodel Damen. (lr)

Platzierungen der deutschen Rennrodel-Athletinnen

1. Platz: Natalie Geisenberger
2. Platz: Dajana Eitberger
4. Platz: Tatjana Hüfner

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Olympia: Bronze für Johannes Ludwig in PyeongChang

• David Gleirscher (AUT) wird überraschend Olympiasieger, vor Chris Mazdzer aus den USA
• Johannes Ludwig holt sich bei Olympiadebüt sensationell Bronze
• Favorit Felix Loch fällt nach Fahrfehler auf Rang 5 zurück, Andi Langenhan wird Zehnter

PyeongChang (bsd/11.02.2018) Die tückische Kurve 9 im Eiskanal des Alpensia Sliding Centers in PyeongChang wurde Top-Favorit Felix Loch letztendlich doch zum Verhängnis: Nach drei starken Läufen lag der dreifache Olympiasieger aus Deutschland in Führung, die Goldmedaille wurde ihm vor dem vierten Finallauf mehr oder weniger schon zugesichert und dann passierte genau in der verhängnisvollen Kurve 9 der Fehler: Mit 0,266 Sekunden Rückstand fiel Felix Loch auf Rang fünf zurück und musste sein drittes Olympiagold im Einzel einem anderen überlassen.

Der überraschende Olympiasieger 2018 im Herren Einsitzer kommt aus Österreich und heißt David Gleirscher. Nachdem er bereits in den ersten zwei Läufen eine solide Basis aufbauen konnte, lieferte Gleirscher im vierten Durchgang nochmals einen starken Lauf ab und verwies die Top-Elite wie Loch, Pavlichenko, Repilov oder Kindl auf die hinteren Plätze. Zweiter wurde der US-Amerikaner Chris Mazdzer mit 0,026 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

Das deutsche Team durfte sich trotz der verpatzten Medaillenchance von Felix Loch über eine Medaille freuen: Olympiadebütant Johannes Ludwig holte sich nach zwei starken Läufen im dritten und vierten Durchgang die Bronzemedaille und sicherte sich damit den größten Erfolg seiner bisherigen Rennrodel-Karriere: „Ich wusste gar nicht so recht, was jetzt passiert. Ich hatte eine Medaille eigentlich schon abgeschrieben, das war dann ein richtiges Wechselbad der Gefühle: Sollte ich mich freuen oder sollte ich Mitleid haben mit Felix? Dass ich bei meiner ersten Olympia-Teilnahme eine Medaille bekommen habe, freut mich allerdings umso mehr und ich bin überglücklich. Mit einer Medaille habe ich nach dem zweiten Lauf nicht wirklich gerechnet, aber ich habe heute nochmals alles gegeben und angegriffen und dann hat es doch gereicht.“

--> O-Ton Johannes Ludwig


Für Andi Langenhan reichte es letztendlich nur für Platz 10. Der vierte Lauf gelang dem frischgebackenen Familienvater am besten, den es zeitnah wieder in die Heimat zurückzieht: „Ich kann meine Kollegen leider nicht so unterstützen, wie ich es gerne machen würde. Aber ich werde sie von zuhause definitiv anfeuern. Momentan ist mir meine Familie etwas wichtiger, ich möchte endlich meinen kleinen Sohn kennenlernen, von daher geht es bald nach Hause. In den letzten Läufen habe ich mich noch gut geschlagen und ich kann relativ zufrieden abreisen. Ich bin froh, dass die Wettkämpfe jetzt vorbei sind, da es eine sehr lange Saison war. Ich kann mit einem guten Gewissen aus meinen letzten Olympischen Winterspielen gehen.“

--> O-Ton Andi Langenhan


Georg Hackl, Mentor von Felix Loch und selbst dreifacher Olympiasieger, freute sich über die Bronzemedaille von Johannes Ludwig: „Gottseidank hat Johannes Ludwig die Bronzemedaille gewonnen. Das stimmt uns sehr positiv, weil wir eine Medaille aus dem Rennen mitnehmen können und Johannes es auch sehr zu vergönnen ist. Er ist in den letzten Jahren immer knapp an der Olympiaqualifikation gescheitert und konnte dann in seinem letzten Rodeljahr eine Olympia-Medaille einfahren. Das große weinende Auge liegt leider bei Felix Loch: Er hat den Übergang von Kurve 8 auf Kurve 9 nicht richtig getroffen und das war‘s dann. Felix wird dennoch nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern weiterkämpfen.“

--> O-Ton Georg Hackl

 
Morgen starten ab 11.50 Uhr die ersten zwei von insgesamt vier Läufen der Damen Einsitzer. Die Medaillenfavoriten kommen erneut aus Deutschland mit Natalie Geisenberger, Tatjana Hüfner und Dajana Eitberger. (lr)

Platzierungen der deutschen Rennrodel-Athleten

3. Platz: Johannes Ludwig
5. Platz: Felix Loch
10. Platz: Andi Langenhan

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27. FIL-Europameisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn in Winterleiten (AUT), 9.–11.02.2018

• Sara Bachmann verpasst Medaille nur knapp
• Deutsches Team viertstärkstes hinter Österreich, Italien und Russland

Obdach-Winterleiten (AUT) – Das deutsche Team hat bei den 27. FIL-Europameisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn eine Medaille nur knapp verpasst. Sara Bachmann vom WSV Unterammergau patzte buchstäblich in letzter Sekunde.

Nach dem ersten Lauf war bereits klar, dass sich eine Italienerin den Sieg holen würde. Titelverteidigerin Evelin Lanthaler hatte ihrer Teamkameradin Greta Pinggera bereist 49 Hundertstel abgenommen. Für Sara Bachmann mit 1,43 Sekunden Rückstand auf Lanthaler nicht mehr zu erreichen. Aber Bronze schien in Greifweite. Auch wenn die Verfolgerinnen – unter anderem Teamkollegin Lisa Walch (WSV Unterammergau) – ihr im Nacken saßen.

Bis zur letzten Zwischenzeit behielt die gebürtige Südtirolerin die Nerven, doch kurz vor der letzten Zwischenzeit machte sie einen Fehler in einer Hochgeschwindigkeitskurve und die Medaillenträume waren ausgeträumt. Doch für die 22-Jährige ist das kein Problem: „Ich bin mit meinem 4. Platz sehr zufrieden. Nachdem ich drei Wochen Verletzungspause hinter mir habe, lief es in den letzten Tagen super für mich. Heute hatte ich leider einen großen Fehler, der mich den Podestplatz gekostet hat. Dennoch glänzt Blech für mich wie Gold.“

Starke Teamleistung bei den Damen


Lisa Walch landete letztendlich auf dem 7. Platz und kann damit mehr als zufrieden sein. „Sie hat sich wieder gesteigert“, lobte der sportliche Leiter Gerhard Pilz. „Im Training ist sie sogar die drittbeste Zeit gefahren und das obwohl es eine sehr junge Sportlerin ist, die da mitkämpft.“

Grundsätzlich ist der Trainer mit allen Damen zufrieden, auch wenn Michaela Niemetz (WSV Unterammergau) nach einem Sturz im ersten Lauf nur 23. wurde. „Wir sind nur glücklich, dass ihr nicht mehr passiert ist. Sie hätte sich auch schwer verletzten können.“ Die 24-Jährige kann es nicht ganz so locker sehen: „Für mich war das Wochenende leider durch den Sturz im ersten Wertungslauf sehr enttäuschend. Auch wenn ich im zweiten Lauf noch eine ordentliche Fahrt zeigen konnte.“

Ordentlich waren auch die Leistungen der Männer und der Doppelsitzer. Marius Schmelzer (WSV Oberaufdorf) wurde 15. – nicht ganz das, was er sich erhofft hatte: „Top Ten war mein Ziel, das habe ich leider verfehlt. Im zweiten Lauf habe ich noch mal alles probiert, wenigstens die Platzierung zu verbessern. Das ist dann aber in der Zielkurve leider unglücklich gelaufen, so dass ich ins Ziel gestürzt bin. Die gute Zeit war dann weg.“ „Bei ihm ist das Problem die fehlende Fahrpraxis“, analysierte Gerhard Pilz. „20 bis 30 Trainingsfahrten mehr und er ist wieder vorn dabei.“

Deutsches Team kommt näher


Josef Limmer vom SC Riessersee landete am Ende auf Platz 20. Er hatte ein größeres Programm als seine Teamkollegen, da er zusammen mit Simon Dietz (WSV Unterammergau) auch noch Doppelsitzer (10. Platz) fuhr. „Er zeigt gute Läufe, er hat die Bahn im Griff“, zeigte sich der sportliche Leiter auch hier zufrieden.
Im Team erreichte die Mannschaft des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland ebenfalls den vierten Platz. Da fehlt noch ein bisschen was zu den großen Naturbahnrodel-Nationen Österreich, Italien und Russland. „Das Mithalten ist noch schwierig, aber wir kommen immer näher“, prophezeite Pilz. Der mit der Leistung seines Teams bei den Europameisterschaften absolut zufrieden war.

 

Olympia: Starker Halbzeitauftakt für Felix Loch

• Felix Loch liegt nach zwei souveränen Läufen auf Platz 1
• Johannes Ludwig in den Top Ten mit Platz 8
• Andi Langenhan patzt im 1. Lauf und rettet sich mit souveränem 2. Lauf auf Platz 12

PyeongChang (bsd/10.02.2018) Top-Favorit Felix Loch setzte am ersten Tag der Olympischen Winterspiele in PyeongChang die erste mögliche Goldspur für eine deutsche Medaille in den Eiskanal des Alpensia Sliding Centers: Mit zwei Top-Läufen sicherte sich der 28-jährige Berchtesgadener die Halbzeitführung und stellte seine Nervenstärke erneut souverän unter Beweis.

Für Felix Loch gilt es trotz alledem, sich auf die kommenden zwei Finalläufe voll zu fokussieren und die Konzentration bestmöglich aufrechtzuerhalten: „Wir können uns noch nicht entspannen, sondern brauchen morgen nochmal zwei richtig gute und sichere Läufe. David Gleirscher hatte ich aufgrund seiner guten Trainingszeiten auf jeden Fall im Hinterkopf. Das Wichtigste ist, dass man einen Schlitten bzw. ein Setup hat, mit dem man auch kleinere Fehler gut korrigieren kann.“

--> O-Ton Felix Loch


Nach dem ersten Lauf lag etwas überraschend der Österreicher David Gleirscher in Führung, den Rückstand von 0,022 Sekunden holte Loch mit einem technisch einwandfreien zweiten Lauf jedoch locker wieder auf. David Gleirscher liegt nach dem zweiten Lauf mit 0,188 Sekunden Rückstand nun auf Rang zwei, vor dem Russen Roman Repilov (+ 0,217 Sek.).

Zweitbester Deutscher wurde der 31-jährige Oberhofer Johannes Ludwig mit Platz acht (+ 0,405 Sek.). Nach dem ersten Lauf lag Ludwig auf dem aussichtsreichen dritten Platz – im zweiten Lauf hatte er allerdings mit Schuhproblemen am Start zu kämpfen: „Mein neuer Schuh ist mir leider am Start aufgeplatzt, es wird sicher ein bisschen Zeit gekostet haben. Es ist ärgerlich, aber es ist halt passiert. Ich liege immer noch in einer aussichtsreichen Position. In meinen zwei Läufen waren keine groben Patzer dabei, vor allem die Kurve 9 ist mir im ersten Lauf sehr gut gelungen. Daher ärgert es mich umso mehr, dass ich in der oberen Passage ein paar Rutscher zu viel hatte – die versuche ich morgen natürlich, zu unterlassen.“

--> O-Ton Johannes Ludwig


Andi Langenhan, der erst vor ein paar Tagen Vater eines gesunden Sohnes geworden war, hatte von den drei deutschen Startern am meisten mit der Bahn zu kämpfen. Nach einem verpatzten ersten Lauf konnte er sich allerdings im zweiten Durchgang verbessern und belegt nun Platz 12 (+ 0,634 Sek.): „Ich habe ein bisschen zu viel gepokert. Ich wollte zu viel und habe Vollgas gegeben. Die Bahn wurde dann doch etwas kälter als erwartet. Ich konnte keinen Meter geradeaus fahren, das war ein Riesenproblem, da man sofort zurückfällt. Mit dem zweiten Lauf bin ich hingegen relativ zufrieden, darauf kann man aufbauen. Die großen Chancen sind allerdings denke ich schon abgeschlossen.“

--> O-Ton Andi Langenhan


Morgen werden ab 12.00 Uhr (MEZ) die beiden Finalläufe der Rennrodel Herren übertragen. Für Felix Loch wäre es sein drittes Olympiagold in einem Einzelrennen, mit dem er zugleich mit seinem Mentor Georg Hackl gleichziehen würde. (lr)

Platzierungen der deutschen Rennrodel-Athleten nach Halbzeit

1. Platz: Felix Loch
8. Platz: Johannes Ludwig
12. Platz: Andi Langenhan

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PyeongChang Intern – Namen und Nachrichten aus dem Kufenstüberl

• Eröffnung des traditionellen Kufenstüberls in PyeongChang
• Wieder mit dabei: Moderator Tom Meiler und Kommentator Sigi Heinrich

 

Gestern wurde ...

... das Kufenstüberl in PyeongChang eröffnet. Für den beliebten Treffpunkt nationaler und internationaler Sport-Prominenz hat Initiator Rudi Größwang (70) den Golfplatz „Birch Hill“ gefunden. „Küche, Toiletten und Umgebung – alles vom Feinsten“, schwärmt der Unternehmer aus Berchtesgaden. „Und im Winter fliegen hier keine Bälle.“ Als Unterstützer hat Größwang, der seit 1992 bei Winterspielen Gäste aus der ganzen Welt mit bayerischen Schmankerln verwöhnt, Viessmann (Heizung/Kältetechnik), Seiz (Handschuhe), Eberspächer (Standheizung) und adidas gefunden. Nach Whistler Mountain 2010 (ebenfalls im Golf Club) zum dritten Mal dabei: Bab Koller (56), Projektleiter bei Bayern-Tourismus.

 

Auf eine enge ...

... Zusammenarbeit mit dem Deutschen Haus freut sich Rudi Größwang (70). Zum ersten Mal teilen sich das Kufenstüberl (80 Plätze) und das von der Deutschen Sport-Marketing (DSM) organisierte Deutsche Haus (120 Plätze) einen Großraum. „Wir geraten uns nicht in die Haare“, sagt Claudia Wagner (42), Vertreterin der DSM und Leiterin des Deutschen Hauses. „Ich bin verantwortlich, dass hier im Haus alles funktioniert. Der Schwerpunkt ist die mediale Betrachtung. Wir wollen die volle Olympia-Stimmung nach außen tragen.“ Claudia, die nach Sotchi (für Medien zuständig) zum zweiten Mal für die DSM bei Winterspielen arbeitet, wird von zehn DSM-Mitarbeiter/innen und 32 Volontärs unterstützt.

Für Stimmung ...

... im Deutschen Haus sorgt ein bekanntes Fernseh-Gesicht: Tom Meiler (56). Der Tausendsassa vom BR (Blickpunkt Sport, Abendschau) feiert als Moderator Olympia-Premiere. „Ich mache Interviews mit allen Medaillen-Gewinnern, stelle Sportler und Sponsoren vor und versorge die Gäste mit Informationen“, sagt der Amberger, der für die Tage in PyeongChang Urlaub beim BR genommen hat.

Zum 13. Mal ...

... kommentiert Sigi Heinrich (64) in PyeongChang eine Eröffnungsfeier bei Olympischen Spielen für Eurosport (ab 11.50 Uhr). „Das ist immer eine bunte Show, großes Theater“, sagt der Wolfratshausener im Vorfeld. Sigi holt sich die Experten Sven Hannawald, Martin Schmitt und Michael Greis als Unterstützer ins Eurosport-Studio in der Olympiastadt.

(Text: Wolfgang Harder)

 

Rudi Größwang mit Bab Koller

Tom Meiler auf der Bühne im Deutschen Haus

Olympische Winterspiele: Die Rennrodler starten in PyeongChang

• Rennrodler gehen als Erste auf Medaillenjagd
• XXIII. Olympische Winterspiele in PyeongChang
• Geisenberger, Loch und Wendl/Arlt die Titelverteidiger

PyeongChang (bsd/05.02.2018) Am 9. Februar werden die XXIII. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang feierlich eröffnet. Bis zum 25. Februar kämpfen knapp 3000 Athleten und Athletinnen in sieben Sportarten und 15 Disziplinen bei 102 Entscheidungen um die Medaillen. Die Kufensportler des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) greifen im eigens errichteten Alpensia Sliding Centre in den Disziplinen Bob, Skeleton und Rennrodeln bei neun Wettbewerben nach olympischen Edelmetall.

Die deutschen Rennrodler gehen im Kampf um die Medaillen bei den Winterspielen in Südkorea einmal mehr als Topfavoriten ins Rennen. Bei Olympia 2014 in Sotschi schafften die Schützlinge von Cheftrainer Norbert Loch gar historisches: Nach den Erfolgen von Felix Loch und Natalie Geisenberger in den Einzelrennen sowie dem Triumph der Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt waren die BSD-Asse auch gemeinsam in der erstmals bei Olympia ausgetragenen Team-Staffel nicht zu schlagen und feierten im vierten Wettbewerb den vierten Olympiasieg. Das gab es bei Olympischen Spielen noch nie.

Und auch in Pyeongchang bahnt sich historisches an: Felix Loch peilt in Südkorea sein drittes Einzelgold nacheinander an. Damit würde der 28-Jährige mit seinem Freund und Vorbild Georg Hackl gleichziehen und seinen Status als einer der besten Rodler der Geschichte untermauern. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht… Dank seiner vier Saisonsiege sicherte sich der Dominator der vergangenen Jahre vor knapp zwei Wochen den sechsten Sieg im Gesamtweltcup und tankte damit reichlich Selbstvertrauen für die Wettbewerbe in Pyeongchang.

Auch die zwei weiteren BSD-Herren, Andi Langenhan und Johannes Ludwig, zählen bei den olympischen Wettbewerben, die bereits am kommenden Samstag, 10. Februar, mit den ersten zwei von insgesamt vier Durchgängen ihren Auftakt erleben, durchaus zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten. Andi Langenhan lag in Sochi undankbar auf Rang Vier und musste lange um eine Bronzemedaille bangen, bis der Internationle Gerichtshof CAS am 1. Februar 2018 bekannt gab, dass Silbermedaillengewinner Albert Demtchenko (Russland) nicht nachträglich disqualifiziert wird wegen seiner Verstrickungen in den russischen Dopingskandal von Sochi. Im Dezember 2017 wurde Demtdchenko die Medaille vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) noch aberkannt.

Der Deutsche Meister Langenhan schaffte in der abgelaufenen Saison immerhin zweimal den Sprung aufs Weltcup-Podium (jeweils Dritter in Altenberg & Oberhof). Und auch Johannes Ludwig, der in Pyeongchang seine Olympia-Premiere feiert, konnte als Zweiter im Sprintrennen von Lake Placid sowie als Dritter beim Einzelrennen am Königssee im Olympia-Winter auf das Weltcup-Podest fahren.

Bei den Frauen gilt Titelverteidigerin Natalie Geisenberger erneut als Gold-Favoritin. Die dreimalige Weltmeisterin sicherte sich im Olympia-Winter zum sechsten Mal in Serie den Gesamtweltcup und verbuchte dabei fünf Saisonsiege. Eine weitere Bestmarke für die überragende Rodlerin der vergangenen Jahre: Zuvor war sie mit fünf Erfolgen gleichauf mit ihrer Dauerrivalin Tatjana Hüfner (2008 bis 2012) und Silke Kraushaar-Pielach (1999, 2001, 2001, 2006 und 2007) gelegen. Zudem hält die Miesbacherin auch den Rekord für die meisten Weltcup-Einzelsiege bei den Frauen (43).

In den Kampf um Gold will auch Tatjana Hüfner eingreifen. Die Olympiasiegerin von Vancouver 2010, die zu Jahresbeginn an einer Nervenentzündung im rechten Bein laborierte, konnte im Olympia-Winter ein Weltcup-Rennen für sich entscheiden und stand insgesamt fünf Mal auf dem Podest. Die 34-Jährige fährt als amtierende Weltmeisterin nach Pyeongchang. Bei den Welt-Titelkämpfen im Vorjahr sicherte sich Hüfner zum fünften Mal den WM-Titel und krönte sich damit zur alleinigen Rekordweltmeisterin. Medaillenchancen rechnet sich auch die dritte BSD-Starterin Dajana Eitberger aus. Im Weltcup überzeugte die 27-Jährige mit Gesamtrang zwei und verbuchte dabei zwei Siege (Sprintrennen Lake Placid & Oberhof) sowie insgesamt fünf Podest-Platzierungen.

Bei den Doppelsitzern liebäugeln die Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken mit ihrem ersten Olympia-Gold. Das Duo aus Thüringen dominierte den Olympia-Winter beinahe nach Belieben und feierte seinen dritten Sieg im Gesamtweltcup. Dabei gewannen die amtierenden Weltmeister sage und schreibe zehn von 13 Weltcuprennen und sicherten sich ganz nebenbei auch noch den dritten EM-Titel ihrer Karriere.

Aber auch die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt werden in Pyeongchang alles daran setzen, ihren Triumph von Sochi zu wiederholen. In der abgelaufenen Saison lief es für den erfolgsverwöhnten „Bayern-Express“ aber nicht ganz so rund. Am Ende mussten sich die viermaligen Weltmeister im Gesamtweltcup mit „nur“ zwei Siegleistungen (Sprint Winterberg & Königssee) deutlich den Teamkollegen Eggert/Benecken geschlagen geben. Für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) war der Erfolg von Wendl/Arlt in Sotschi 2014 im Übrigen das erste Doppelsitzer-Gold seit zwölf Jahren. Der bis dahin letzte deutsche Olympiasieg gelang dem Duo Patric Leitner/Alexander Resch im Jahr 2002 bei den Winterspielen in Salt Lake City. In der olympischen Doppelsitzer-Statistik war es die insgesamt 20 Medaille für Deutschland (10x Gold/4x Silber/6x Bronze).

Insgesamt feierten deutsche Rennrodler seit der Aufnahme der Rodelwettbewerbe ins Olympia-Programm 1964 immer mindestens einen Olympiasieg und verbuchten bislang insgesamt 31 Goldmedaillen in der olympischen Geschichte: je 10x Gold bei Damen, Herren & Doppelsitzern sowie 1x Gold im Team-Wettbewerb.

Die Bilanz der Rennrodel-Damen ist sicherlich besonders beeindruckend: Bei den bisher 14 olympischen Rennrodel-Wettbewerben seit 1964 in Innsbruck gab es nur viermal kein Gold (1968, 1980, 1992, 1994) für Deutschland. Die letzte Niederlage bei Olympischen Winterspielen gab es 1994: Damals ließ sich Susi Erdmann in Lillehammer die Gold-Medaille von der Italienerin Gerda Weissensteiner wegschnappen. In den vergangenen 50 Jahren gewannen die deutschen Mädels insgesamt 31 von 42 möglichen Olympiamedaillen. Bei den letzten fünf Winterspielen 1998, 2002, 2006, 2010 und 2014 holten die deutschen Damen zwölf von fünfzehn möglichen Medaillen.


Die Nominierungen

Herren

Felix Loch RC Berchtesgaden
Andi Langenhan RRC Zella-Mehlis
Johannes Ludwig BSR Rennsteig Oberhof

Damen

Natalie Geisenberger SV Miesbach
Tatjana Hüfner RC Blankenburg
Dajana Eitberger RC Ilmenau

Doppelsitzer

Tobias Wendl RC Berchtesgaden
Tobias Arlt WSV Königssee
Toni Eggert BRC Ilsenburg/Harz
Sascha Benecken RT Suhl

Der Zeitplan

 

Einzelwettbewerb Herren: 10. (1. und 2. Lauf) und 11. (3. und 4. Lauf) Februar 2018, 10.50 Uhr MEZ
Einzelwettbewerb Damen: 12. (1. und 2. Lauf) und 13. (3. und 4. Lauf) Februar 2018. 11.30 MEZ
Doppelsitzer Herren: 14. Februar 2018, 12.20 Uhr MEZ
Teamwettbewerb: 15. Februar 2018, 13.30 Uhr MEZ

27. FIL Europameisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn in Obdach-Winterleiten (AUT) vom 9. bis 11. Februar 2018

• Deutsche Naturbahnrodler wollen ihr Bestes geben
• Top-Platzierung nicht ganz unrealistisch

Obdach-Winterleiten (AUT) – Eine Woche, bevor im österreichischen Umhausen das Weltcup-Finale des GRM Group Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn stattfindet, steht am Wochenende der Saisonhöhepunkt an: die FIL Europameisterschaften in Obdach-Winterleiten (AUT). Auch das deutsche Team rechnet sich diesmal Chancen auf gute Platzierungen aus.

Das heiße Eisen des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland ist Sara Bachmann vom WSV Unterammergau. Die gebürtige Südtirolerin verpasste allerdings die letzten drei Weltcuprennen aufgrund einer Sehnenverletzung am Fuß. „Sara hat vergangenes Wochenende mit einer Schiene am Fuß trainiert und war schmerzfrei“, bestätigt der sportliche Leiter, Gerhard Pilz. Das war die Voraussetzung für einen Start bei den Europameisterschaften.

Bei den 26. FIL Europameisterschaften vor zwei Jahren im Passeiertal wurde Sara Bachmann Fünfte. Startete damals aber noch für Italien. Die bisherigen Saisonergebnisse (7. Platz Kühtai, 6. Platz Latzfons) ließen eine Steigerung erkennen. Allerdings ist noch unklar, wie sich die Verletzungspause auswirken wird.

Juniorin mit Chancen auf Top-Platzierung


Ebenfalls für Überraschungen gut, ist Lisa Walch vom WSV Unterammergau. Die 16-Jährige wurde bei der FIL-Junioren-Weltmeisterschaft vergangenes Wochenende Vierte und hat auch im Weltcup diesen Winter schon bewiesen, was sie kann (10. Platz Kühtai, 9.Platz Latzfons, 6. Platz St. Sebastian).

Die dritte im Bunde der deutschen Damen ist Michaela Niemetz ebenfalls vom WSV Unterammergau. Sie hat als einzige alle Weltcuprennen bestritten und sich dabei absolut konstant gezeigt. Dreimal landete sie auch Platz neun, zweimal auf Platz zehn. Natürlich erhofft sie sich bei der EM den ein oder anderen Platz nach vorne.

Was ist möglich?


„Bei den Damen sind die Chancen auf gute Platzierungen nicht schlecht“, ist sich auch Thomas Niemetz, der Koordinator Naturbahn beim BSD, sicher. „Bei den Herren ist die Frage, wie sich die Prüfungspause bei Marius Schmelzer auswirkt.“ Der 22-Jährige vom WSV Oberaudorf hat wie Sara Bachmann drei Weltcuprennen verpasst. Beim 2. GRM Group Weltcup in Latzfons zeigte er mit Platz acht, dass mit ihm zu rechnen ist.

Neben Marius Schmelzer wird Josef Limmer vom SC Riessersee versuchen, eine gute Leistung abzuliefern. Der 19-Jährige macht in dieser Saison hauptsächlich im Doppelsitzer von sich reden, kann aber an einem guten Tag durchaus eine Platzierung unter den besten 15 erreichen. Weiter vorne kann es zusammen mit Simon Dietz gehen. Als Vierter bei der Junioren-Weltmeisterschaft hat das Duo das Podest nur knapp verpasst und auch bei den Weltcups konnten sich die Ergebnisse sehen lassen: zweimal siebter Platz.

Los geht die 27. FIL Europameisterschaft im Rennrodeln auf Naturbahn am Freitag, den 9.2. mit den ersten Trainingsläufen. Am Samstag (10.2.) finden die ersten Wertungsläufe statt, bevor am Sonntag (11.2.) die Entscheidungen über die Medaillen fallen.